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Category: Tagebuch

Fantastisch Stromlos

Vor drei Jahren war ich bei einem Stromausfall dabei, diesmal haben sie bewusst auf elektrische Verstärkung verzichtet. Aber fangen wir am Anfang an…

Ich war vermutlich so 13 oder 14 Jahre alt als ich anfing mich für MTV Unplugged zu begeistern. Wer’s nicht kennt, MTV schickt Größen der Populärmusik und lasst sie ein Konzert aufzeichnen, bei dem auf elektische Verstärkung verzichtet wird. Die ursprüngliche Idee war akustische statt E-Gitarren zu benutzen. Alle haben sie so ein Unplugged gespielt und ich saß jedes Mal wie gebannt vor dem Fernseher. Es gibt gute und schlechte, aber alle waren irgendwie besonders. Für Anfänger sei der Sampler Best of MTV Unplugged mit den herausragendsten Einzelstücken empfohlen.

One Moment In Time

Herr K. wurde 50 und wollte das groß feiern. Richtig fett. In der Aula der Schule in der seine Frau unterrichtet. Da sollten alle kommen. Der Befreundete Tommy leitet eine Big Band, in der sogar Herr K.’s Tochter spielt. Die können ja auftreten. Dann haben Freunde und Verwandte schön was zu schwofen. Perfekter Plan.

Altpapier

Das Wort Junggesellenhaushalt beschreibt wohl ganz hübsch wie’s bei uns zuhause aussieht. Ein schönes Beispiel ist unsere Altpapiersammlung. Die haben wir nur unregelmäßig aufgelöst, dabei war der Kontainer direkt vor unserer Tür. War, denn als es mich das letyte Mal gepackt hat und ich mich mit einem riesen Stapel von Werbeprospekten die Treppen runtergekämpft habe, musste ich feststellen, dass man uns den Kontainer weggenommen hat.
Schweine!

Das war im Juni, glaube ich. Seitdem haben wir unsere Recyclingstrategie allerdings nicht geändert. Nein, so nämlich nicht mit uns. Wir haben munter weiter Papiermüll in unserem Flur gestapelt, in der Hoffnung, dass der Kontainer unseres Vertrauens eines schönen Tages wiederkehrt.

Inzwischen haben wir loslassen können und uns gedanklich von unserem Kontainer verabschiedet. Blieb noch das Altpapier. Und weil der Flur von Woche zu Woche immer schwieriger passierbar wurde, haben wir uns Sonntag endlich ein Herz gefasst und alles weggebracht.

Unglaubliche Geschichte, oder?
Hier, ich hab’s sogar Dokumentiert:

Roberto springt in den Fjord

Roberto kommt aus Mexiko. Roberto ist ein netter Kerl. Roberto glaubt an mich. Roberto hat gewettet, dass ich bis November mit meiner Doktorarbeit fertig bin. Roberto hat die Wette verloren. Roberto musste in den Fjord springen…

Roberto bekommt eine Karte zu Weihnachten. 🙂

Fußballvideospielspezialausgabe

Ich glaube, dass ich ein oder zwei Mal hab durchblicken lassen, dass ich den hisigen Fußballverein unterstütze. Und ich glaube auch, dass ich meinen Eltern keine Schande mache, wenn ich gestehe, dass ich mich gelegentlich Videospielen hingebe.

Fußballspiele auf der Konsole liegen da nahe. Seit die Hulaboys die EM 1996 live mitgespielt haben, bin ich Anhänger der Fußballspielreihe von EA, die ihre Spiele einfach mit der Jahreszahl versieht und nach dem Weltverband benennt. Und dieses Jahr sollte es sogar eine FIFA12 AaB Club Edition geben! Unglaublich. Musste ich haben. Was auch immer das sein mag…

Es gab eine Fanabstimmung, wer auf’s Cover sollte. Gewonnen haben Jeppe Curth, Torschützenkönig in der Meistersaison 2007/2008 und Thomas Augustinussen der Spielmacher und kreative Kopf der Mannschaft. Die beiden ragen jetzt in mE nach wenig vorteilhaften Fotographien von meinem Spielestapel.

Das Spiel selbst ist die übliche Internationale Ausgabe, bei den Kommentaren kann ich zwischen Englisch, Spanisch und Schwedisch wählen. Die Deutschen Kommentatoren gehen mir bei diesen Spielen eh immer auf die Nerven, da passt das ganz gut. Besonders, wenn wir das mit einem Internationalen Kreis spielen. Gestern gab’s ein kleines Turnier, bei dem jeder seine Heimmannschaft gewählt hat: Benfica, Flamengo, Grêmio, PAOK, Pescara, PSG, São Paolo und natürlich Schalke.

In dem Spiel sind auch original Fangesänge zu hören. Und alle die letzte Woche mit beim Spiel gegen Hamburg waren freuen sich und feuern mich immer mit an. Gelernt ist gelernt.

Experiment: Bart

In Italien hab ich mich zuletzt rasiert. Um mal mit der Tür ins Haus zu fallen. Teils Faulheit, teils Neugierde trieb mich zu dem Experiment: Bart. Ich glaube, so ziemlich alles was Bartwuchs hat, überlegt mindestens einmal in seinem Leben, wie ist das wohl, wenn alles mal eine Zeitlang spriesst…

Über einen 3-Tage-Bart bin ich eigentlich nie raus gekommen. Und dann gibt’s ja noch dieses Unterlippen Ding, dass ich seit einiger Zeit mit mir rumtrage. Aber jetzt, seit nun zwei Wochen probiere ich’s. Rasiere alle paar Tage den Hals frei (das sieht echt schäbig aus sonst) und hab mir sogar schon einen Trimmer gekauft. Am Kinn wächst’s nämlich stärker als sonst. Jeden Tag überlege ich, ob ich’s Morgen alles abrasiere oder doch bis Karneval (28. Mai) lasse. So richtig begeistert bin ich nicht, aber ich bin ja Forscher und gehe dem auf dem Grund.

Bärte sind Arsch, hab ich immer gedacht. Aber mir ist aufgefallen, dass sie in letzter Zeit irgendwie wieder Hip sind. Alle möglichen Stilikonen sind gelegentlich mit Bart unterwegs. Zu meiner Überraschung ist das Feedback meistens auch gar nicht schlecht. Teilweise sogar extrem positiv. Negativ ist eher eine Ausnahme. Ich habe gerade dann auch mal eine Umfrage gestartet (hier, falls Du bei Facebook bist).
Wenn schon, dann auch richtig. 🙂

Ich find’s witzig die Leute danach zu fragen. Es sprechen mich aber auch viele an. Im Moment ist’s witzig. Irgendwann geht’s mir sicher auf die Nerven, dann ist der Bart auch schnell wieder ab. Dafür kratzt das zu sehr. Was außerdem noch negativ auffällt, ist, dass ich am Kinn ein paar weiße Haare habe. Und ich seh knappe 10 Jahre älter aus. Aber irgendwas ist ja immer…

Dreijähriges Jubiläum

Heute vor drei Jahren bin ich nach Aalborg gezogen. Das Abenteuer begann. Inzwischen schreibe ich, wenn auch mit ein bisschen Verzögerung, jetzt erst an meiner Arbeit (bitte hier beliebigen Gutti-Witz denken). In der ganzen Zeit ist viel passiert und neben meiner wissenschaftlichen Ausbildung haben ich vor allen Dingen haufenweise Menschen kennengelernt aus allen möglichen Gegenden dieses Erdballs.
Darüber freue ich mich sehr und bin dankbar. Hier ein paar impressionen…

Abstiegskampf

Nach der fulminanten ChampionsLeague Saison 2008/2009 lief’s eher so mittel für den hiesigen Fussballverein. Natürlich chronisch Klamm, wurden die ganzen Einnahmen aus dem europäischen Wettbewerb auch noch in der Finanzkriese letztes Jahr verloren. Die sportliche Talfahrt beendet sowas nicht so richtig. Merkwürdige Transfers, den falschen Trainer aus finanziellen Gründen zu lange im Amt belassen… Der AaB Fan hat das Leiden gelernt. Pünktlich zum Jahresabschluss 2010 hat Aalborg BK auch noch eine 6-0 Klatsche in Odensee bekommen und überwintert am Tabellenende.

Die Rückrunde geht nächste Woche los und man gibt sich alle Mühe die zuletzt recht enttäuschten Fans wieder auf die eigene Seite zu bringen. Zusätzlich wurden sponsoren bemüht um drei neue Spieler zu engagieren (darunter ein Stürmer aus Mainz).

Mir ist der Verein irgendwie ans Herz gewachsen. Rumpelfußball hin oder her, ich drücke Däumchen, dass das gut geht und wir nicht absteigen.
Drückt mit! Vi elsker AaB, lalala lala laaaa!

Übersetzung:
Die haben gesagt, wir würden nie dänischer Meister.
Die haben gesagt, wir könnten nie Italiener aus dem Europapokal werfen.
Die haben gesagt, wir würden in Old Traffort nicht punkten.
Die sagen, wer als Tabellenletzter überwintert steigt ab.
Naja… die Leute reden so viel…
Mach mit bei der Aufholjagd!

Straßenfotos

Am 6. August 2010, kurz nach 13 Uhr, war ich mit ein paar Kollegen auf dem Weg von einer Pizzamittagspause zurück in unseren Teil der Universität. Da kam uns plötzlich ein Auto mit einem merkwürdigen Aufsatz entgegen.
Google stalkt mich, kann man sagen…

Das mit der grünen Jacke bin ich.
Hier der Link.

Windows Phone 7 – Ein Erfahrungsbericht

Weil ich viel darauf angesprochen wurde ein paar Details dazu zu schreiben, möchte ich hier nun mal meine Erfahrungen der ersten drei Tage mit meinem Windows Phone 7, dem Samsung Omnia 7, beschreiben.

Wenn Du, lieber Leser, mit einem solchen Fachidioten-Thema nichts anfangen kannst, nimm’s mir nicht krumm und komm wieder. Ich verspreche, dass sowas nicht zur Regel wird. Wenn du gar nicht wirklich weißt worum’s eigentlich geht, guck Dir dieses Video an. Das ist eine kleine Tour durch die Hauptfunktionen.

Um die klassischsten aller Fragen direkt mal zu beantworten: Nein, ich habe noch keinen Blue Screen gehabt und die drei Knöpfe sind nicht Control-Alt-Delete. Ganz im Gegenteil ist das System sogar ziemlich fix unterwegs. Alles läuft hübsch und flott. Das ganze wischen funktioniert echt gut und ist schön anzusehen. Nichts erscheint oder verschwindet einfach so, alles ist irgendwie animiert. Dabei aber so schnell und gradlinig, dass es nicht nervt, sondern ins System passt.

Das System, dass die wichtigsten Infos auf den ersten Blick zu sehen sind, geht voll auf. Bereits im Tastensperre-Bildschirm (oder wie nennt sich sowas?), bei dem es sich um ein Bild handelt, das nach oben weggeschoben werden muss um zurück ins System zu kommen, gibt es eine kurze Inhaltsangabe der Neuigkeiten. Verpasste Anrufe, neue SMS oder eMail werden nebst passendem Symbol angezeigt. Das gleiche dann im Hauptmenü, die Kachel, die mich zur jeweiligen Funktion führt verrät mir schon, ob’s da Neuigkeiten gibt.

Diese Kacheln sind zum Teil auch recht hübsch animiert und Kontakte und alles wird ständig mit Facebook und Outlook abgeglichen. Das System scheint recht lebendig und viel bunter als einfarbige Kacheln auf schwarzem Hintergrund sein könnten.

Der Marktplatz ist ein bisschen nervig. Es gibt ein paar Applikationen, die sind in Europa noch nicht erhältlich. Und überhaupt kann ich froh sein, dass ich mein Live-Konto damals in Deutschland mit dem Kauf meiner Xbox eingerichtet habe, denn in Dänemark ist der Marktplatz noch gar nicht freigeschaltet. Doch auch im Rest der Welt ist der noch nicht wirklich gut befüllt. Ist ja auch noch neu alles. Trotzdem ein bisschen blöd.
Die Sachen die’s da gibt sind aber zum Teil recht cool und funktionieren wunderbar. Ich hab sogar schon ein Spiel gekauft: Star Wars – Battle of Hoth. So’n TowerDefense Ding, ganz witzig und 3 Euro ist ja auch noch vertretbar. Schön ist, dass ich Erfolge sogar auf meiner ‘richtigen’ Xbox sehen kann.

Schreiben auf dem Touchscreen finde ich noch arg gewöhnungsbedürftig, aber das wird schon. Blöd ist, dass ich Nachrichten in drei verschiedenen Sprachen schreibe, das Telefon aber nur eine davon kann. Gelegentliche Verbesserungen sind also im Englischen toll und eine große Hilfe, im Deutschen/Dänischen aber dezent nervig.

Die Verbindung mit der Zune Software funktioniert toll. Ich kann definieren, was abgeglichen werden soll und das passiert dann automagisch. So bekomme ich ein paar Podcasts einfach auf’s Telefon. Wenn ich Fotos mit dem Telefon mache, werden die meiner Lokalen Bilderbibliothek zu gefügt. Außerdem hab ich eingestellt, dass Mobile Bilder immer direkt auf meinen Live Account hochgeladen werden sollen, ohne weitere Interaktion meinerseits. Hier!

Die Bilder sind nicht schlecht für Handyfotos finde ich. Der Bildschirm ist großartig (wie üblich bei Samsung). Der Akku hält unter Last (natürlich spiele ich recht viel damit rum) so einen Tag. Und die Tonqualität ist top.
Das Gerät selbst ist wunderbar schön flach. Allerdings mir auch eigentlich ein bisschen zu groß. Die iPhone Größe hätte ich lieber gehabt, aber irgendwas ist ja immer.

Das Kartenmaterial kommt natürlich nicht von Google, die Bing Maps sind aber auf gleichem Niveau. Jetzt weiß ich nicht, wie gut Google das Mobil so hin bekommt, aber ich kann mir mit der Kartenanwendung eine Route berechnen lassen und das System sagt mir immer was die nächsten Schritte sind. Quasi wie ein Navi nur ohne Sprache.

Sonst gibt’s gar nicht viel zu sagen. Mich stört ein bisschen, dass die Kalenderkachel immer nur den nächsten Termin anzeigt und nicht die nächsten drei. Der Internet Explorer ist nicht schlecht. Und die Übersetzerapplikation ist recht erheiternd.

Generell: Viel Eye-Candy und alles funktionier prima.
Kurz: Ich bin Fan!

Mein erstes Smart Phone: Windows Phone 7

Jetzt wo ich kein Smart Car mehr habe, habe ich endlich ein Smart Phone. Und zwar das neue Windows Phone 7 in einem hübschen Gerät von Samsung. Günstig ist der Spaß jetzt nicht so richtig, aber ist ja Weihnachten… *hüstel*
Ich jedenfalls habe meine helle Freude daran.

Um die Medien auf dem Telefon mit denen auf dem Computer zu synchronisieren, muss ein spezielles Programm installiert werden. In den USA gibt es einen Zune Player (Microsofts Antwort auf den iPod) der sich als eben auch in dem Telefon versteckt. Die sogenannte Zune Software ist eigentlich ganz schick und steht natürlich kostenlos für jederman zum Download bereit.
Ich bin Microsoft MediaPlayer Heavy-User durch das Media Center, leider ist die Integration mit der Zune Software nur mäßig. Damit kann man aber klar kommen. Jeder Nutzer hat ein Zune Profil mit dessen Hilfe unter Freunden Musik empfohlen oder verglichen werden kann.

Es gibt einen Marktplatz zum Musik, Filme oder Apps (also Spiele und andere Zusatzprogramme) kaufen. Das geht entweder über MS Points (Microsofts eigene kleine Währung) oder direkt über die Kreditkarte. An den Punkten ist ganz praktisch, dass es die Preise nicht fix sind und es die Dinger manchmal im Angebot gibt. Dieser Markplatz funktioniert übrigens auch über Zune.

Außerdem habe ich ein mobiles Office Paket (mit Word, Excel, PowerPoint & OneNote) und eine mobile Xbox im Gerät. Und den ganzen Schnickschnack den alle Geräte dieser Kategorie vermutlich auch haben. Zu meinem erstaunen lässt sich damit sogar telefonieren.

Synchronisation wird groß geschrieben in dem Gerät. Mit dem Computer oder direkt über’s Internet, bzw. die Cloud. Ich habe einen Account bei Windows Live, mit dem wird alles abgeglichen. Dateien kann ich direkt da speichern und mit allen meinen Computern synchronisieren. Dazu kommt die Facebook-Einbindung, die doch recht souverän wirkt, verzwirbelt mit meinem Adressbuch. Ich hab so etwa automagisch Fotos zu Kontakten, die ich auch bei Facebook habe.
Generell gibt Microsoft sich bei den ganzen Social-Services recht viel Mühe und bekommt das für meine Begriffe auch ziemlich gut hin. Ich kann alles verdrahten. Wenn ich will. Und einzelne Sachen auch für meine Freunde oder die breite Öffentlichkeit freigeben. Wenn ich will.

Ich weiß natürlich, dass MS damit mächtig Daten über mich sammelt und bin mir eventuellen Gefahren bewusst. Allerdings rechne ich dem Nutzen einen hohen Stellenwert zu und nehme die Nachteile in kauf. Ich halte mich durchaus für Medienkompetent. Außerdem… ob Microsoft die Daten jetzt hat oder Google, macht den Braten auch nicht mehr fett.

In einem sehr wertvollen Vergleich treten die aktuellen Systeme von Google, Apple und eben Windows hier gegeneinander an: Grill-Test
Ansonsten behauptet Microsoft, dass der andere Ansatz im vergleich zu sonstigen Geräten, nämlich die einfachere Übersicht, dem Benutzer hilft, nicht so viel Zeit mit seinem Telefon zu verbringen, sondern mehr Zeit mit seinem Leben. Das sehr amerikanische “Really?!” aus der Werbung (siehe unten) lässt sich am besten mit “Soll das Dein Ernst sein?!” übersetzen.

Übrigens: Nein, ich bekomme kein Geld dafür. Und der Beitrag hier ist auch bitte nicht als Werbung zu verstehen. Ich hab halt Spaß mit dem Ding. Mehr nicht.
Für Leute von Microsoft: Das Geld bitte, wie verabredet, an mein Schweizer Nummernkonto. Kennwort, wie immer, “Für sexuelle Gefälligkeiten”.

Kampf unter dem Korb

Am vergangenen Samstag war Spieltag. Wir sollten in der heimischen Halle gegen eine Mannschaft antreten, von der ich bis heute noch nicht wirklich weiß, woher die eigentlich kam. Wird schon in der Gegend gewesen sein. Jedenfalls kam ich fünf Minuten zu spät. Kann ja nur noch besser werden. Dachte ich…

Mein Lieblingschilene und Mannschaftskollege kam sogar noch ein paar Minuten nach mir. Hatte die Termininformationen ja auch von mir. Damit waren wir dann jedenfalls zu siebt. Im Basketball gibt es fünf Feldspieler, es wird aber recht häufig durchgewechselt. Sieben Leute sind also eine gute Zahl.

Das Spiel war hart umkämpft, wir lagen die meiste Zeit knapp vor. Anfang des dritten Viertels schickt mich der Schiedsrichter plötzlich vom Platz. Ich habe gar nicht verstanden was der von mir wollte. Wie sich dann aber rausstellte, hatte ich Blut am Oberarm. Gut vorbereitet wie unsere Mannschaft immer ist, hatte niemand ein Pflaster dabei. Also hab ich meine Wunde vorsichtig mit einem Taschentuch abgetupft. Groß Schmerzen hatte ich eigentlich nicht, aber ich wollte meine Wunde ja nicht noch größer machen und bald wieder spielen.
Meine Selbstbehandlung hatte eine erschreckende Diagnose: Das war gar nicht mein Blut!

Während ich dann aber noch draußen darauf warte eingewechselt zu werden, fliegt der erste meiner Kollegen raus. Nach fünf Fouls muss man das Spielfeld verlassen. Fluchend wie ein Rohrspatz saß Steffen dann neben mir, während das Spiel ungefähr ausgeglichen war.
Dann komme ich wieder rein. Bekomme ein Foul gepfiffen (ich schwöre ich hab ihn nicht mal berührt!) und von der Bank höre ich dass das mein viertes war. Also: Aufpassen. Kurze Zeit später stürmt der Spielmacher unter den Korb, unser chilenischer Center steht davor, ich dahinter. Es schießt mir noch ein “Aufpassen!” durch den Kopf, weiche mehr aus als das ich hochspringe, doch da stößt der Blödmann schon aus reiner Ungeschicktheit mit der Fußspitze vor mein Schienbein.
Foul Nr. 7! Karsten: Platz nehmen.

Erst auf der Bank bemerke ich, dass der Typ für den ich rein gekommen bin das Feld nicht freiwillig verlassen hat, sondern auch schon fünf Fouls hatte. Auf dem Feld standen also nur noch vier von uns.
Aber nicht lange.

Die Endphase
Gegen Mitte des vierten Viertels begeht unser Center ein kluges taktisches Foul. Leider wusste er nicht, dass das auch sein fünftes sein sollte und schon bald waren der Spieler nur noch drei.
Wir lagen zu dem Zeitpunkt knapp zurück, auf dem Feld hatten wir noch einen Lithauer, der anscheinend mit 14 mal Weltmeister war, einen Bosnier, unser bester Mann, und einen jungen Dänen, dem sichtlich die Nerven versagten. Unsere Gegner waren natürlich noch vollzählig, aber das brauchte ich ja eigentlich nicht erwähnen.

Der Däne vergab drei einfachste Korbleger, der Lithauer brachte uns durch eine Reihe von Dreipunktewürfen dennoch wunderschön zurükc in Führung. Und dann, 24,6 Sekunden vor Schluß gingen seine Emotionen mit ihm durch. Der Schiri befand auf Aus, er war nicht der Meinung, beschwerte sich lauthals und trat den Ball durch die Halle. Das fand der Schiri tendenziell uncool, es gab ein technisches Foul, ein paar Freiwürfe für die anderen und der Kollege saß den Rest des Spiels neben mir.

Die verbleibenden beiden Spieler machten ihre Sache allerdings nicht schlecht. Zu zweit gegen fünf. Irgendwie ergatterten die anderen den Ball dann aber doch noch und versenkten ihn mit der Schlusssirene im Korb.
Endergebnis 83:84, wir haben mit einem Punkt verloren…

Einer der beiden Schiedsrichter war übrigens unser Trainer.