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Tag: essen

Du bist was Du isst

In meinem ja inzwischen nicht mehr allzukurzem Leben habe ich mich nicht immer gut ernährt. Aber wohl selten so schlecht wie zur Zeit. Mein ganzer Fokus liegt auf meiner Abschlussarbeit. Dafür vernachlässige ich mich selbst leider bisschen. Schlimm ist, dass das auch noch relativ bewusst geschieht. Sehenden Auges, sozusagen.

An mindestens 5 Tagen die Woche esse ich Pizza oder Burger. Das ist nicht schön. Das schmeckt auch inzwischen nicht mehr toll. Das ist nur damit ich nicht vom Stuhl kippe.
Selbst kochen… vermutlich so ein Mal alle zwei Wochen. Das ist traurig. Trauriger ist, dass ich dann sogar fast immer das gleiche koche. Meine preisgekrönten Pasta in Tomatensoße. Trotzdem. Mein Mitbewohner lacht mich schon aus.

Allerdings gibt es auch zwei Lichtblicke bei mir: Zum einen hab ich jeden Tag ein richtiges Frühstück. Drei Brötchen. Wichtigste Mahlzeit des Tages, sagt der Volksmund nähmlich auch. Und zum anderen gibt es in der Stadt so eine Salatbar, bei der ich mich oft eindecke. In der Uni steht das Dressing. Zwei bis drei Mal die Woche gibt’s also auch Grünzeug.

Alles in allem ernähre ich mich aber natürlich katastrophal und einseitig und was es sonst noch schlimmes gibt. Auch wenn ich mir keine Gedanken über meine Figur oder sowas mache, so weiß ich doch, dass das unglaublich ungesund ist, was ich meinem Körper gerade antue. Mir fehlt leider gerade die Energie das zu ändern. Allerdings verspreche ich hiermit feierlich das zu ändern, sobald (bzw: falls) ich mal fertig bin!

Heute ist Blog Action Day. Ich nehme jedes Jahr teil: 2008, 2009 und 2010.

Braune Soße

Vorhin waren wir in der Kantine. Unsere Türkische Austauschstudentin zeigte plötzlich in diesen Topf und fragt mich was das sei. “Na, braune Soße!”, ich hab die Frage gar nicht verstanden. Darauf hat sie nachgehakt, was denn da drin sei und so weiter. Ich war recht verdutzt und hab erklärt, dass das eben braune Soße ist.
“Fett und so eben, braune Soße halt.”

Blöde Frage. Naja, im Nachhinein ist mir dann aufgegangen, dass nur weil’s die zuhause immer gibt und weil’s die hier immer gibt, das vermutlich nicht zwangsläufig bedeutet, dass es die überall immer gibt. Ich hab mich auch entschuldigt. Aber in dem Moment war’s ein bisschen als fragte sie was dieses Ding da sei, das wir Bleistift nennen…

Die Dänen nennen sie übrigens auch “braune Soße” oder “Großmutters Soße”. Jetzt wisst’a bescheid!

La cuisine d’allemagne

„Hallo Karsten, ich sitze hier gerade in Regensburg in einem Restaurant und der Kellner kann kein Englisch. Kannst Du mir bitte die Speisekarte übersetzen?“
Am Telefon war ein französischer Kollege. Der hat dann versucht ein Gericht nach dem anderen auszusprechen (teilweise mit buchstabieren) und sich von mir erklären lassen, was das denn so ist.

Das ist gar nicht mal so leicht, es handelt sich hier ja doch schon um ein gewissen Fachjargon.

  • Matjesfilet nach Hausfrauenart?
    Ja, äh, Fisch.
  • Schweinemedaillions in Pfifferlinggeschnezeltem?
    Naja, Schwein mit Pilzen.
  • Sauerbraten?
    Also das ist Pferd. Meistens.Glaube ich.
  • Semmelknödel?
    Da wusste ich das englische Wort sogar, kannte er aber nicht. Und mit Schnitzel konnte er anscheinend auch nicht wirklich viel anfangen…

Und das nicht nur bei drei oder vier Gerichten, der wollte tatsächlich die ganze Karte übersetzt haben. Nach 20 Minuten hab ich protestiert. Aber da waren nur noch zwei übrig. Die haben wir dann auch noch geklärt. Anschließend kam von ihm: „Toll, Danke. Welches soll ich denn nehmen?“
Da hab ich aufgelegt…

Mit scharf?!

Mein Dänisch ist nicht gut. Ich praktiziere das auch nur da, wo ich mir sicher bin. Beim Türken ums Eck, zum Beispiel. Der kann eh kaum Englisch. Und weil ich sowieso immer das gleiche nehme (Dürüm med Kylling – So’ne Art Türkische Pizza mit Hühnchenfleisch) funktioniert unsere Kommunikation einwandfrei.

Gestern allerdings stand einer hinter der Theke, den hab ich noch nie gesehen. Ich sag ihm also was ich will und was macht der? Stellt eine Frage. Natürlich auf Dänisch und natürlich hab ich kein Wort verstanden. Das ganze auf Englisch aufzurollen, war mir zu kompliziert. Also hab ich blitzschnell überlegt was der gesagt haben könnte. Typischerweise fragen die dann ja manchmal ob ich’s vor Ort essen möchte. Dementsprechend habe ich geantwortet: „Jaja, zum mitnehmen.“

Ich kam mir recht souverän vor. Eigentlich. Er guckte mich deutlich irritiert eine Sekunde an, hat sich dann aber weggedreht. Das kam mir dann allerdings komisch vor.

Später, beim essen, konnte ich mir dann vorstellen, was der gefragt hat. Die typische Frage in einem türkischen Schnellrestaurant vermutlich: Mit scharf?!
Und ich antworte „Jaja, zum mitnehmen“. Da hätte ich auch doof geguckt. Und scharf gemacht. Aber ordentlich. Hat er auch. Und zwar tüchtig…

Julefrokost

Wörtlich übersetzt man das wohl mit Weihnachtsmittagessen. Prinzipiell ist es aber nichts anderes als eine Weihnachtsfeier. Und dänisch traditionell müsste es sowieso Weihnachtsbesäufnis genannt werden.
Ich hatte jedenfalls jetzt mein erstes Mal. Also, mein erstes Julefrokost.

Mit dem Basketballverein haben wir’s gemacht, letzten Samstag. Es gab traditionelles Dänisches Weihnachtsessen (also das eigentliche Julefrokost). Ein dänischer Kollege meinte vorher zu mir, das sei ekelhaft. War aber eigentlich ganz okay. Es gab 3 Gänge, anschließend Milchreis und Käse.

Gang 1: Hering mit einer Art Remoulade und Ei mit Kaviarersatz und Lachs und Brot.
Gang 2: Irgendein panierter Fisch (ich kenn schon die deutschen Namen von den Viechern nicht, da frag mal einer nach Dänisch oder Englisch…)
Gang 3: Rotkohl und Grünkohl (gesüßt) und Kartoffel (Karamellisiert) und Frikadellen und irgendwas vom Schwein. Das ich den Rotkohl pur gegessen habe, hat die beiden Dänen mir gegenüber zum lachen gebracht: „Das ist man immer mit ein Stück Fleisch oder Kartoffel zusammen, sonst schmeckt das doch nicht!“

Zwischendurch gab’s noch dieses Spiel, das vielleicht ein bisschen vergleichbar ist mit unserem Wichteln, nur viel cooler. Also, jeder bringt ein Päckchen mit (Absprache war: max. kr30/4€) und legt es in die Mitte des Tischs. Dann gehen zwei Würfelbecher rum, jeder würfelt, einer nach dem anderen. Wer eine 6 Würfelt, darf sich ein Päckchen aus der Mitte nehmen. Bis alle verteilt sind.
Dann stellt einer eine Zeit ein, die nur er/sie kennt. Irgendwas zwischen einer Minute und einer Stunde.
Und dann geht’s weiter. Wer eine 6 würfelt, bekommt ein Päckchen, besser: holt es sich. Dann darf nämlich geklaut werden. Bis die Zeit um ist. Dann werden die Päckchen aufgemacht.

Ist wirklich ziemlich lustig. Nach der ersten Runde hatte ich 3 Päckchen. Die wurden mir dann allerdings alle gestohlen. Hat richtig Spaß gemacht, das Geschenke klauen.
Empfehlung für alle: Nachmachen!