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Tag: web

Freuds Sofa

Im Frühjahr 2007 hab ich mich mit einer für mich neuen Programmiersprache beschäftigen wollen. Ruby on Rails heißt die. Außerdem wollte ich etwas mit Zufallsgeneratoren rumspielen. Und weil es immer am praktischsten ist irgendwas Spezielles zu basteln anstatt einfach nur Theoretisch irgendwas zu büffeln, hab ich mir ein Projekt ausgedacht. Ich wollte eine dieser unnützen Spaßseiten im Internet basteln. Meine Idee war eine virtuelle Pseudo-Psychoanalyse in der ein vermeintlicher Psychologe einen Haufen unnützer Fragen stellt. Vielleicht, so dachte ich, kommen dabei ja ein paar lustige Gespräche raus.

Die Seite überlebte nur knapp ein Jahr, denn dann bin ich auf einen Server umgezogen, der die Sprache nicht wirklich unterstützte und die Migration war zu kompliziert und all sowas. Aber auch, wenn in der Zeit die Seite nie ein Hit war, ich fand meine Idee toll. Sowie ich viele meiner Ideen toll finde. Auch wenn ich da gelegentlich alleine mit stehe…

Meine 15 Minuten Ruhm sind Orange

Andy Warhol hat’s versprochen: 15 Minuten Ruhm für jeden. Heute war’s bei mir so weit. Irgendwie. Nach zwei wenig ruhmreichen Teilnahmen bei Matthias Opdenhövel’s „Hast Du Töne?!“ (jeweils in der ersten Runde ausgeschieden), war ich bis vorhin der Gründer der Gruppe des Tages im StudiVZ.

Das bedeutet, dass jeder User dort einen kleinen Kasten unterhalb der Navigation eingeblendet bekommt mit dem Titel der Gruppe und einem Link. Dort kann man sich anmelden und… naja, eigentlich war’s das dann. Auf der Profilseite gibt’s eine Liste der Gruppen in denen Du Mitglied bist.

Klingt albern, ist in dem Sozialen Netzwerk aber eine Art von Sport. Irgendwie. Und mehr oder weniger lustig. Auf der Gruppenseite steht dann aber auch noch, wer die Gruppe gegründet hat. In diesem Fall: Ich.
Dementsprechend viele Leute waren auf meiner Seite, die ich gar nicht kenne. Ein paar von denen haben sogar Nachrichten hinterlassen, in denen sie häufig sagen, dass meine Gruppenauswahl amüsant sei. Selbstredend.

Die Mitgliederzahl der Gruppe selbst hat in wenigen Stunden einen Sprung von weit unter hundert auf knapp 1300 gemacht. Prinzipiell kann man also sagen, dass ich ein Star bin. Ich rechne jeden Moment mit einem Anruf vom Bohlen und ins Dschungelcamp muss ich vermutlich auch bald.
Meine große Zeit ist aber jetzt auch schon wieder rum. Und ich hab unverschämt gut ausgeseh’n. Irgendwann muss jeder geh’n, auf Wiederseh’n!

Chromatisch

Als Diplom-Mädchen-Informatiker, passionierter Klugscheißer, Internetz- und Comic-Junkie habe ich das Gefühl, dass ich zu den aktuellen Vorfällen ein paar Worte verlieren müsste. Ich meine natürlich den Browser von Google: Chrome.
Google hat den großartigen Scott McCloud (der Mann hat u.a. Online Comics quasi erfunden) engagiert um einen Comic zu zeichnen, der die neueste Konkurrenz von IE, Firefox, Safari, Opera und anderen vorstellen soll.

Darin wird auf ein paar technische Details eingegangen, was das besondere an dem Ding ist und so. Das ganze großartig erklärt. Der Comic ist wirklich interessant und informativ, auch für Leute, die sich bisher noch nicht tiefer mit der Materie beschäftigt haben. Die Konzepte und verwirklichten Ideen (Sicherheit usw.) werden simpelst beschrieben und erläutert.
Auch wenn es natürlich Propaganda ist und bleibt: Leseempfehlung!

Die Kernkomponente, V8 genannt, die Virtuelle JavaScript Maschine, wird da entwickelt, wo alle klugen Menschen wohnen: In Dänemark.
ChromeComic In dem Comic gibt es Dänemark leider nicht. Genauso wie Belgien. Da sind eher die Deutschland-Dänemark-Luxemburg-Österreich-Slovenien-Belgien-Niederlande zu sehen. Naja, wer erwartet im Internet schon zuverlässige Daten. Ich werde das direkt mal bei Wikipedia aktualisieren…

Beeindruckt hat mich bei dem Browser das Gesamtkonzept. Da die ja bei Null angefangen haben, konnten die (und das erwähnen die auch ein oder zwei Mal in dem Comic) das Ding perfekt auf heutige Bedürfnisse (und natürlich auf die, die nach Google Ansicht da noch kommen werden) zuschneiden.
Als alter Qualitätssicherer fand ich das Testkonzept auch umwerfend. An der Stelle im Comic bin ich kurz aufgestanden und hab applaudiert. Die anderen im Bus haben zwar doof geguckt, aber mir doch egal.

Was aber kommt vorne raus? Die NeuerTabSeite ist cool. Die Adresszeile die auch sucht nicht sonderlich spektakulär. Und die Skalierung funktioniert eher nur so mittel. Fest steht, dass Chrome jede Menge nach Hause telefoniert. Was vielleicht nicht zwingend bedrohlich ist, aber vielleicht auch nicht zwingend super.
Ich bleibe erstmal bei meinem Opera. Der ist super und rund. So.

Prinzipiell ist der Unterschied zwischen Microsoft und Google hier übrigens mal wieder gar nicht so groß (vom Image mal abgesehen). Unter anderem setzten beide auf Standards. Auf die eigenen nämlich. Die von Google sind halt nur offen.

Internet zum Wochenanfang

WebMontag in DüsseldorfGestern bin ich beim WebMontag in Düsseldorf gewesen. Das ganze war mitten in der Haupthalle vom Flughafen. Irgendwo zwischen abstrus und cool.

Die Veranstaltung selbst war sehr Abstrakt. Da gab es ein paar Vorträge. Anschließend eine Podiumsdiskussion, die sich schnell auf Datamining eingeschossen hat. Und zwischendurch immer mal wieder etwas schauerliche Musik.
Den Rednern lediglich 10 Minuten einzuräumen finde ich schade. Fragen und richtiger Inhalt werden so von vornherein vermieden.

Leider ist nie auf technische Details eingegangen worden. Ich persönlich hätte mir da etwas mehr Tiefe gewünscht: Hintergründe zur Realisierung und Ideen zur Technologie…

Später ist mir übrigens aufgefallen, dass die Kollegen von der Media Hochschule Düsseldorf alles organisiert haben. Das erklärt den Fokus und ist Vorurteil-Pflege. Zwei Fliegen auf einmal. 🙂

Am witzigsten war eigentlich, dass alle paar Minuten irgendwelche Teilnehmer die Rolltreppe direkt nebenan hoch und runter gefahren sind, um Fotos zu machen.
Fazit: Nett war’s. Aber offensichtlich bin ich nicht so richtig Zielgruppe.

Nachtrag: Der Veranstalter und andere Gäste scheinen recht zufrieden. Bilder gibt’s hier, hier und hier.