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Month: March 2008

Sogar dänische Bälle sind rund!

Heute war Spieltag und ich hatte ja meine Karte, also musste ich auch ins Stadion. Ob ich wollte oder nicht. Und eigentlich wollte ich nicht mehr. Das Wetter war nämlich super. Alles weiß. Also alles. Wirklich alles. Soweit Du sehen konntest. Und das war nicht weit. Eigentlich konntest Du draußen die Augen kaum aufmachen. Übelstes Schneegestöber. Dabei Saukalt, aber liegengeblieben ist fast nix.
Die haben sogar mit orangefarbenem Ball gespielt und die Linien freigeschoben. Auch mal ein Erlebnis.

Ich hab mir dann natürlich gründlich überlegt, was ich so alles anziehe. Mitdabei waren dann unter anderem letztendlich die guten alten Püttsocken und meine Laufhose als Langeunterhosenersatz. Gefrohren hab ich trotzdem. Und wie. Gut, dass ich einen Stehplatz hatte, so konnte ich wenigstens immer ein bisschen rumhüpfen…
Vor einer Stunde bin ich nach Hause gekommen und so langsam spüre ich meine Finger wieder.

Das obligatorische Schnitzel wurde mir leider verwehrt, dafür gab’s einen HotDog mit Cola. Witzig fande ich, dass die da Menüs haben. Menü 3 etwa besteht aus 2 Würstchen, einer Cola, einem Brötchen und einer Tüte Gummibärchen. Menü 1 sind 5 Pils.

Aalborg BK 2:0 Viborg FF
Hätte auch höher ausfallen können, aber das gegnerische Aluminium hatte noch mehr Ballkontakte als deren Torwart. Ist auch egal, Sieg ist Sieg und die Tabellenführung ist auch wieder vor Ort.

Generell lag ich mit meiner Einschätzung nicht so verkehrt, dass der Unterschied recht gering ist. Hier, der Aalborg BK in der dänischen Superliga (SAS Ligaen) und früher in Deutschland… die Fortuna Düsseldorf in der Regionalliga.
Rumpelfußball, Güteklasse A. Kann ich mich mit arrangieren. 😉

Allerdings ist das Stadion schon krass. AaB (sprich: ‘Aa’ wie ‘Oh’ und ‘B’ wie ‘Bähi’, also quasi ‘O B’) spielt in dem Stadion schon seit 1920 und irgendwo hab ich gelesen, dass es erst kürzlich auf ein Zuschauerfassungsvermögen von 16.000(!) ausgebaut(!) wurde. Kleiner Unterschied zu unserer Tupperdose.

Insgesamt waren 4.729 Zuschauer da, wirkte aber recht gefüllt. Und die 72 Gästefans (ehrlich, ich hab sie selbst gezählt) haben sogar Bengalos gezündet.

Die Stimmung war ganz gut. 75% der Gesänge kommen mit “La lala, Aab!” o. ä. aus. Das erleichtert das mitgröhlen.
Richtig lachen musste ich nur beim Auflaufen der Mannschaften. Aalborg verkneift sich zwar das omnipräsente “You never walk alone”, womit ich fest gerechnet habe, dafür spielen sie aber “Simply the best” von Tina Turna. Warum auch nicht…

Nächstes Spiel wieder hin!

Kiwi – Knowledge in a Wiki

Die letzte Woche war ja unsere Kick-Off Veranstaltung in Salzburg. Es handelt sich um ein EU-Projekt, mit sehr unterschiedlichen Teilnehmern:

Das Projekt selbst läuft unter dem Namen „Kiwi – Knowledge in a Wiki“ und im Prinzip geht es um ein intelligentes Wissensmanagementsystem. In 3 Jahren soll dann eine Studie inklusive Prototypen fertig sein.
Mehr Informationen dazu finden sich auf unserer Projektseite: www.kiwi-project.eu

Die erste große Zusammenkunft lief wirklich gut. Da waren viele interessante Gespräche und wie so oft sind die Kaffepausen das spannendste. Ich hatte jedenfalls Spaß und schlauer bin ich jetzt auch.
Das wirklich blöde dabei ist nur, dass ich anscheinend wirklich jetzt anfangen muss zu arbeiten. Und nicht zu knapp…

Germish vs. Denglisch

Total beknackt. Hier sind recht viele Leute aus verschiedenen Ländern. Sprache ist Englisch. Allerdings gibt’s dann auch einige, die lieber (im kleinen Kreis meist) deutsch reden. Und mit den Kellnern ist das eh einfacher. Jedenfalls hab ich dann Gestern angefangen zu verquirlen. Hab meinen Boss auf Deutsch angesprochen, während ich die Frau an der Rezeption auf Englisch was gefragt hab.
Behämmert. Ich hab nichtmal eine gute Ausrede…

Dafür hat mir hinterher niemand geglaubt, dass Amerikaner auch Gesundheit sagen. Stimmt aber!

Ein Hoch auf das Beamtentum

Gerade im Ausland triffst Du ja gerne mal auf Klischees. Ich wurde Gestern etwa blöd angeguckt, weil ich ja quasi persönlich bereits in den 40ern einmarschiert bin. So richtig böse ist das nicht gemeint (ist jetzt natürlich auch aus dem Zusammenhang gerissen), aber Du wirst halt mit konfrontiert.

Mit was ganz anderem wurde ich allerdings auch konfrontiert:
Dem dänischen Beamtentum!
Sagen wir’s frei raus, die Deutschen haben den Beamten als solchen erfunden. Wenn sich die ganze Welt in einem Punkt über die Deutschen einig ist, dann wohl, dass sie (also die Deutschen) alle Bürokraten sind.
Das Wort „kurzer Dienstweg“ gibt es vermutlich nur in Deutschland. Versuch das mal einem Italiener zu erklären…

Jedenfalls wollte ich mich Donnerstag in Aalborg anmelden. Also bin ich zum Bürgeramt (Kommuna). Die Sachbearbeiterin meines Vertrauen sagte mir dann, dass ich eine Arbeitserlaubnis bräuchte. Vor Freunde strahlend erkläre ich ihr also, dass ich Deutschland bin. Doch auch das schmetterte sie ab mit der Erklärung, dass ich trotzdem eine Arbeitserlaubnis bräuchte. Für EU-Bürger sei das allerdings eine reine Formularie. Ich müsste mir diese in dem Schloss (das Aalborghus) abholen. Allerdings erst am nächsten Tag, heute haben die schon zu.

Freitag früh war ich der erste vor Ort und hab zur Begrüßung erst mal ein 4 Seitiges Formular in die Hand gedrückt bekommen.
„Aber ich bin aus der EU!“
„Richtig. Bitte das Formular ausfüllen.”

Ich wurde dann von einem alten Mann abgeholt, der mich fragte, ob es okay für mich wäre, dass eine neue Kollegin das mit mir durch gehen würde. Auf deutsch übrigens, alles andere läuft hier meist auf englisch.
Dänen haben so einen niedlichen Akzent. 🙂

Jedenfalls kam dann ‘die Neue’. Und sah toll aus. Sieht sie vermutlich immer noch. Wir gingen dann das Formular durch, natürlich hab ich ein paar Sachen falsch eingetragen und so. Ich gebe zu, Formulare ausfüllen ist nicht zwingend meine stärke. Fotos mitbringen übrigens auch nicht, die muss ich noch nachreichen. Und dann, schwuppdiwupp, nur etwa 2 Wochen später bekomme ich schon meine Arbeitserlaubnis.

Ich behaupte das geht sogar in Deutschland wesentlich schneller und unkomplizierter…

Ab in den Norden!

Irgendwie ging alles ganz schnell. Knapp über 4 Wochen nach der E-Mail mit einer Zusage aus dem Norden Dänemarks bimmelt mein Wecker Morgens um 3:47. Schwuppdiwupp das Auto gepackt und ab auf die Autobahn. Was sind schon 800km?!

Einmal mehr bewies ich gutes Timing, schließlich bin ich genau dann gefahren, wenn sich der komplette öffentliche Dienst dazu entschlossen hat, die Arbeit niederzulegen. Das war aber, wieder erwarten, kein allzugroßes Problem. Auch das Schneegestöber, das mich bis in den Vormittag begleitet hat, konnte ich gut verkraften. Ein bisschen blöd war, dass ich irgendwo zwischen Bremen und Hamburg im Stau stand. Also wörtlich. Fast 2 Stunden. Motor aus. Spaß.

Trotz allem bin ich irgendwann angekommen. Und als ich das Auto ausgeräumt habe, musste ich schon ein bisschen staunen. Was da so alles rein geht. Da mir das eh niemand glauben würde, hier der Fotobeweis…