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Month: May 2008

Karneval in Aalborg

Hier war heute was los… Unglaublich. Die sagen immer „Größter Karneval Nordeuropas“. Vorher hab ich noch Witze gemacht („Damit meinen sie sicher, alles nördlich von Münster“) und ich hab ja nun wirklich schon einiges gesehen, was Karneval angeht, aber das hier hat mich mal umgehauen.

Es gibt zwei frappierende Unterschiede zum Karneval in Köln, das war schon im vornhinein klar. Erstens, dass das Liedgut vermutlich nicht so ausgereift und wenn dann in einer mir unverständlichen Sprache gesungen wird und b) ist es Ende Mai nun mal nicht so scheisskalt draußen wie Anfang Februar.

Ich sollte Recht behalten. In der Mittagssonne hab ich meinen Sonnenbrand auf der Stirn nachgebessert. Außerdem es gab nur 2 oder 3 Lieder überhaupt, die ich nicht aus den WeltCharts kannte. Und die waren auch mehr vergleichbar mit NDW Reißern, denn mit Karnevalsmusik. Natürlich hab ich trotzdem gelegentlich „Mir lasse de Dom in Kölle“ & Co. intoniert. Selbstredend.

Der Umzug war hier nicht wie in Deutschland, das ein paar Vereine Wagen basteln und alle am Rand stehen um sich daran zu erfreuen. Sondern eine definierte Route quer durch die Stadt und diese sind einfach alle in Kostümen entlang gepilgert. Und alle sind eine ganze Menge. Zwischendurch gab’s immer mal einen größeren Wagen mit einer Musikanlage drauf (nur Musik, keine Leute mit Bonbons) und gaaanz viele meiner Mitpilgerer hatten irgendwelche Wägelchen gebastelt (meist alte Kinderwagen, manchmal auch wilde Holzkonstruktionen) und so selbst für Getränkenachschub gesorgt.

Das Ganze endete dann an einem kleinen Park hinterm Bahnhof. Du durftest kr100 (13€) Eintritt zahlen und dann mit allen anderen da rein. Da waren dann Getränke und Fressbuden und 5 verschiedene Tanzflächen. Plötzlich wirkte der Park auch riesig. Sehr verwirrend.
Und weil es in der letzten Zeit fast nicht geregnet hat und heute so richtig warm war, ist’s mega staubig gewesen. Das war aber auch das einzig negative. Ich, in bester HulaBoy-Manier, war mit Beavis und Butt-Head unterwegs und wir hatten ziemlich viel Spaß.

Waren ja auch alle da, 4-5 Schottische Clans, 17 Super Marios (fast alle mit passendem Luigi), 23 Batmans (aber nur 4 Robins), die Besatzung von 2 Piratenschiffen, jede Menge Urzeitmenschen und, weil sie am Nachmittag das letzte Spiel der Saison hatten und den Pokal bekommen haben, hunderte von AaB Anhängern.

Zu den Bildern.

Meister!

Schon verrückt, in der Heimat feiert der Rivale aus der Gegend von Lüdenscheid-Nord grad 50 Jahre ohne Deutsche Meisterschaft und hier in Dänemark sind WIR direkt Meister geworden. Ich geb’s ja zu, vor 3 Monaten hab ich noch nichtmal von dessen Existenz gewusst, doch schon bin ich Fan. Und Dänen-Meister.
Oh, ohoh, ohoh, AaB!

Eigentlich wollte ich mir letzte Woche noch’n Ticket für das Spiel heute oder das übernächste Woche holen. Ist aber beides ausverkauft gewesen. Blöd.
Heute hab ich dann vom großen PublicViewing in der Innenstadt gehört. Da wollte ich mir natürlich ein Trikot holen. Auch ausverkauft. Blöd, blöd.

In der Stadt war aber die Hölle los. Die Großleinwand konnte ich nur so halb sehen. Hinter mir wurden gelegentlich Bengalos gezündet. Und vorne hat Aalborg dann gegen einen der Erz-Rivalen (wieso auch immer) kurz vor Schluss der ersten Halbzeit zweimal nach Ecken eingenetzt. Das war’s, zwei Spieltage vor Saisonende 8 Punkte Vorsprung.

Die Partymeile lief über, Feuerwerk war zu sehen und auf meinem Heimweg (Morgen muss ich ja wieder fleißig sein) ist der Mannschaftsbus sogar noch an mir vorbei gefahren.

Alle hatten so ein schickes rot-weiß gestreiftes Trikot an. Nur ich nicht. Aber ab Juli gibt es sie wieder. Pünktlich zur Champions League Qualifikation werd ich dann auch endlich so eins haben. Muha!

I am Germany

Ich gehöre ja zu den hochnäsigen vor Selbstüberzeugung nur so strotzenden Angebern, die glauben ein perfektes Englisch zu haben. Nun, ich gehörte dazu. Denn als ich in Dänemark ankam und mich jeder Bäcker in einem besseren Englisch vollquasselt, als ich es habe, musste wohl runter von meinem Pferdchen.

Letzte Woche hab ich hier im Fernsehen Jäger des verlorenen Schatzes gesehen. Die zeigen die Filme ja hier unsynchronisiert im englischen Original, lediglich mit dänischen Untertiteln.
Ganz ehrlich, Indiana Jones nuschelt wie Sau. Und bei dem Franzosen oder dem Araber hatte ich auch so meine Probleme. Den einzigen, den ich in dem Film wirklich richtig gut verstehen konnte war der Nazi. Also, phonetisch jetzt, nicht ideologisch.

Kürzlich wurde mir das in einem Gespräch wieder bewusst, als ich jemandem von den roten Würstchen berichtet habe und mein verwirrtes Gegenüber verstanden hat, dass die Würstchen nass sind. Wet = Red. Mein R ist offensichtlich – und das ist der typisch deutsche Akzent – zu weich.

Ich muss mir wohl einen deutschen Akzent eingestehen…
Mist. 😉