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Month: June 2008

Skt. Hans Dag

Gestern war Mittsommernacht. Das bedeutet hier vor allem, dass es so gegen 2 nur kurz ziemlich (nicht mal stock sondern nur relativ) dunkel ist. Und während die Schweden ganz platt ein Fest feiern, dass sie Mittsommernacht nennen, begehen die Dänen den Skt. Hans Dag, nach Johannes dem Täufer.

Dieser heilige Hans ist wohl irgendwie der Täufer unter dem Chef und der Begründer der Baptisten gewesen. So ganz genau weiß das aber auch eigentlich keiner. Und wieso der Tag so heißt erst recht nicht. Dass der hier gefeiert wird, hat aber, so konnte mir bestätigt werden, damit zu tun, dass, wie bei uns die Heiden ihre Feste nicht feiern durften und sich dann irgendeinen Christlichen Termin dazu gesucht haben. Den 24. Juni eben, Sankt Hans Tag.

Der Christliche Hintergrund wird deutlich, wenn ich beschreibe wie der Tag abläuft. Erst essen alle zusammen Lamm. Dann ziehen alle zu einem großen Haufen Grünabfälle und zünden den an. Dann singen alle ein Lied. Und dann werden die Hexen ins Feuer geworfen.

Einer der Professoren mit denen ich hier arbeite hat mich dazu eingeladen. Die feiern sowas immer mit der ganzen Nachbarschaft. Eigentlich ist das vergleichbar mit Osterfeuern bei uns.
Gestern war’s allerdings stürmisch. Und zwar sehr. Der große Haufen konnte aus Sicherheitsgründen nicht angezündet werden. Dafür gab’s dann ein kleineres Lagerfeuer. Auch sehr nett.

Hexenverbrennung Als die Hexe (eine kleine zurecht gemachte Puppe, irgendwo in der Bildmitte schwer zu erkennen) ins Feuer geworfen wurde, haben sich alle gefreut, mich angestarrt und geschrien, dass die ja jetzt nach Deutschland fliegt. Zum Blocksberg.
Schön. Die Hexen in Deutschland sind also nur die alten verbrannten aus Dänemark…

War ein sehr lustiger Abend mit sehr netten Leuten und ziemlich leckerem Essen. 🙂

Pizza gegen Käse

EM im Ausland ist schon eine merkwürdige Sache. Das Deutschlandspiel haben wir in einer Kneipe geguckt. Mit 10 Leuten. Da war vermutlich allein auf dem Hof Prüsener mehr los…

Forza Italia Egal. Und erfolgreich ja sowieso. Gestern hab ich dann das Hollandspiel in einem englischen Pub inmitten einem Rudel Italiener verfolgen dürfen. Die Stimmung war wirklich toll, die gehen genau so ab, wie sich das jeder immer vorstellt. Lauthals diskutiert und geschimpft wurde so ziemlich jedes Mal, wenn ein Holländer den Ball bekommen hat. Applaudiert wurde, wenn ein Italiener ihm den Ball abgenommen hat. Je brachialer desto besser. Und Sprechchöre gab’s ja sowieso andauernd. „Forza Italia“ und „Italia, Italia“ und irgendwas, dass übersetzt wohl sowas wie „Französische Bastarde“ heißt. Wieso auch immer. Denn auch wenn ich Al Bundy jederzeit gerne zitiere („Es ist falsch Franzose zu sein.“), die waren ja noch nicht mal in der Nähe. Und wenn, dann hätt’s Kopfnüsse gegeben.

Mein Nachbar hat mich dahin mitgenommen. Wir haben ganz hinten gesessen. Auf dem Weg zum Klo. Dadurch hatte ich einen guten Überblick und war nicht wirklich mittendrin. Was gut ist. Denn seit ich während meiner Diplomzeit von Josts Schwestern die niederländische Fußballhymne beigebracht bekommen habe, ist mir der Käse sympathisch. Ich konnte mir ein „Oranje boven!“ zwar so grade noch verkneifen, aber so richtig geärgert hab ich mich bei den Toren auch nicht.
Hättet Ihr mal unseren Frings nicht reingerissen.

Irgendwann hab ich auch noch Freya kennengelernt. Die Göttin für Liebe und Krieg. Wurde aber recht fix von ihrem Freund wieder eingesammelt. Jaja, zum Klo müssen sie alle mal…

Ich hab’s vorher gesagt und ich sage es wieder. Finale: Deutschland – Holland, 2-1, die entscheidende Hütte macht der Westermann.