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Month: October 2008

Vereinsmeierei mit Zonenverteidigung

Heute war ich bei meinem dritten Training. Ich bin nämlich jetzt in einem Basketballverein. Aalborg Baskets. Oder so. Die 5. Mannschaft, in der ich mindestens im jüngsten Drittel liege. Fast keine Dänen dabei, aber alle schon ewig in DK, so dass Trainingssprache eigentlich schon Dänisch ist. Bis ich mit einem Kollegen ankam. Der Trainer hat direkt auf deutsch mit mir gesprochen. Fließend. Sowas finde ich ja immer toll. Mein Kollege, Chilene, versteht kein Deutsch. Merkwürdig eigentlich. Also wiederholt der Trainer das alles immer noch auf Englisch. Also erst dänisch, dann deutsch und zuletzt englisch. Ich hab ihm dann verraten, dass ich englisch auch verstehe, er kann sich also einen Schritt sparen.

Am Anfang hat er mich auch gefragt ob ich schon mal gespielt hätte. Ja, früher recht viel.
Er: Oh, zum Glück, wir brauchen dringend erfahrene Leute. Die meisten hier haben nur Streetball gespielt und keine wirkliche Erfahrung im Basketball, 5 gegen 5.
Ich: Naja, äh, also… ich auch.
Wir waren die Triebtäter. Okay, das war ja nur bei einem Streetballtournier. Und das hab ich auch besser nicht gesagt.

Auf der Suche nach Basketballschuhen bin ich dann durch 6 Sportläden (!) getingelt. Der letzte hatte sogar ganze zwei Paar da. Davon immerhin eins in meiner Größe. Glücklicherweise das günstigere.

Jedenfalls bin ich jetzt so richtig im Verein. Morgen darf ich kr600 (80€) für einen Halbjahresbeitrag bezahlen. Dabei stand ich grade schon kurz vor dem aus. Wir reden hier von einer wirklich ernsthaften Verletzung. Die Sportinvalidität stand mir schon ins Gesicht geschrieben. Mir ist die Spitze meines Daumennagels umgeknickt. Aber Müller-Wohlfahrt meint, ich komm durch.

Armut

BlogActionDay Heute ist Blog Action Day – Das heißt, dass so viele Blogger wie möglich was zu einem bestimmten Thema schreiben sollen. Heute: Poverty, also Armut.

Nun liegen mir solche ernsten Themen nicht wirklich. Weiß ja vermutlich jeder. Und mit Armut bin ich zum Glück auch nie näher konfrontiert gewesen. Stattdessen möchte ich etwas berichten, was ich Gestern erfahren habe…

Generell werden die Skandinavischen Staaten ja als sehr Wohlhabend betrachtet. Und zwar zurecht: Gesunde Wirtschaft (mehr als das) mit Vollbeschäftigung und allem Pipapo. Das Gegenteil von Armut sozusagen. Das ist auch deutlich zu spüren, wer hier durch die Stadt geht merkt schon, dass das alles vermutlich ein paar Mark gekostet hat. Granitplatten überall und so. Okay, auf der Kö gibt’s die auch, aber das ist vermutlich wenig repräsentativ.
Aber auch Dänemark hat Probleme, ganz gravierende sogar. Von der generellen Bankenkrise mal abgesehen.

Gestern hab ich mich jedenfalls mit einem Kollegen unterhalten und der hat mir erklärt, dass der demographische Wandel Dänemark vermutlich übelst trifft. Hier leben ja eh nur 5,5 Mio Leute und davon gehen ziemlich viele in 5 bis 10 Jahren in Rente. Besonders im öffentlichen Dienst (u.a. Ärzte und Pflegepersonal) wird’s wohl hart und da besteht jetzt schon Mangel (Krankenschwestern werden gesucht wie blöde). Die Gesellschaft wird das so nicht verkraften können und jeder weiß das, aber Lösungen oder Lösungsansätze sind rar.
Zurzeit gibt’s wohl Bestrebungen hochqualifizierte Ärzte aus Indien zu importieren. Passend dazu direkt die Frage, ob sich ein Sozialstaat wie Dänemark trauen darf, einem ‘armen’ Land wie Indien die Fachleute wegzukaufen.

Armut hat viele Gesichter, nicht alle davon liegen in der Gosse. So viel zu meinem Beitrag. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.