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Month: April 2009

Mit scharf?!

Mein Dänisch ist nicht gut. Ich praktiziere das auch nur da, wo ich mir sicher bin. Beim Türken ums Eck, zum Beispiel. Der kann eh kaum Englisch. Und weil ich sowieso immer das gleiche nehme (Dürüm med Kylling – So’ne Art Türkische Pizza mit Hühnchenfleisch) funktioniert unsere Kommunikation einwandfrei.

Gestern allerdings stand einer hinter der Theke, den hab ich noch nie gesehen. Ich sag ihm also was ich will und was macht der? Stellt eine Frage. Natürlich auf Dänisch und natürlich hab ich kein Wort verstanden. Das ganze auf Englisch aufzurollen, war mir zu kompliziert. Also hab ich blitzschnell überlegt was der gesagt haben könnte. Typischerweise fragen die dann ja manchmal ob ich’s vor Ort essen möchte. Dementsprechend habe ich geantwortet: „Jaja, zum mitnehmen.“

Ich kam mir recht souverän vor. Eigentlich. Er guckte mich deutlich irritiert eine Sekunde an, hat sich dann aber weggedreht. Das kam mir dann allerdings komisch vor.

Später, beim essen, konnte ich mir dann vorstellen, was der gefragt hat. Die typische Frage in einem türkischen Schnellrestaurant vermutlich: Mit scharf?!
Und ich antworte „Jaja, zum mitnehmen“. Da hätte ich auch doof geguckt. Und scharf gemacht. Aber ordentlich. Hat er auch. Und zwar tüchtig…

Pass-Spaß

Ich bin Ausländer. Fast überall. Aber eben nur fast. Und um das zu beweisen, braucht es ein Papier. So eine Art Büchlein. International als Pass bekannt. Als Deutscher brauchst Du, Personalausweis sei Dank, sowas nicht, wenn Du die EU nicht verlässt. Selbst darüberhinaus ist ein „Reisepass“ (in Deutschland gibt es keinen Pass pur, nur einen zum reisen) oft nicht von Nöten.

Nun liegt der Fall bei mir ja ein wenig anders. Einen Perso bekommt jeder der in Deutschland wohnt. Das ist aber auch gleichzeitig Bedingung. Nun, ich wohne nicht in Deutschland. Also keinen Personalausweis, sondern einmal Reisepass für mich, bitte.

Das ist allerdings kompliziert. Letztes Jahr hab ich ja nur einen Temporären bekommen. Jetzt darf ich einen richtigen haben. Mit Fingerabdrücken und allem Pi-pa-po. Kann ich jederzeit beantragen kommen, in der Botschaft meines Vertrauens. Kopenhagen. 417km.

Es gibt aber eine Ausnahme, in Grenznähe ginge das auch. Bedeutet: Flensburg. Immerhin auf meiner Rute in die Heimat. Muss ich dann nur vorher bescheid sagen, damit die Papiere angefordert werden können. Aus Kopenhagen. Kostet auch eine kleine Gebühr…

Auf meinem Weg in die Osterferien war’s dann soweit. Morgens um 8 durfte ich 20 Minuten im Flensburger Bürgerbürowartezimmer sitzen und dann Reisepass beantragen und Fingerabdrücke abgeben. Die junge Dame wollte „strahlendes und wunderschönes Blau“ nicht als Augenfarbe durchgehen lassen. Ansonsten lief’s ganz gut, keine Dreiviertelstunde nach verlassen eben dieser war ich schon wieder auf der Autobahn.

Ach so, den Reisepass muss ich natürlich persönlich abholen. So in 4 Wochen vermutlich. Macht ja nix, werd ich wohl wieder eine Stippvisite in D machen. Dafür ist’s günstig. 118€ für Ausweispapiere. Jederzeit wieder.