Skip to content

Month: May 2009

Schnick, Schnack, Schnuck

Ich höre häufig, ich wäre nicht lustig. Also hat mir genau das als Ideengeber dienen dürfen. Zusammen mit einem Chilenen und einem Mexikaner (ohne Grippe) war ich in einer Superheldengruppe unterwegs: Captain Scissors, Rock-Man & The Paperboy.

Rock, Scissors, Paper.
Sten, Saks, Papir.
Stein, Schere, Papier.
Schnick, Schnack, Schnuck eben, Ihr versteht schon…
Mussten wir gelegentlich erklären. Vor allem, weil wir nicht immer alle 3 direkt nebeneinander standen…

Gestern war nämlich der diesjährige Karneval hier in Aalborg. Ein großes Fest. Seit Wochen schon waren alle Zimmer in der Stadt ausgebucht, und pünktlich war das Wetter sogar gut. Ergebnis: Eine fette Party. Da, wo meine Maske nicht als Schutz diente (neben den Augen und im Nacken) hab ich einen Sonnenbrand. Aalborg ist aus allen Nähten geplatzt. Alle in wilden Verkleidungen (fast alle) und sturzbetrunken (so gut wie alle).

Ich, mit Cola und Fotoapparat bewaffnet, hatte viel Spaß. 🙂

Hier ein Video. Der “Arzt” ab de 33. Sekunde ist ein Freund von mir.

Polizei sprengt Studentenparty

Am Freitag war ich auf einer Studentenparty in einem der Wohnheime hier. Hauptsächlich Internationale Studenten wohnen da. Wir sind erst recht spat da aufgeschlagen, die Party selber schien wie die meisten Studentenpartys: Du kennst viele, alle sind schon recht voll, schlechte aber laute Musik und billige Getränke (rein alkoholisch natürlich, Cola verkaufen die da typischer weise nicht – ich bring mir meine Flasche immer mit).

Die richtige Party-Crew kam kurz nach uns. Mit Stöpseln in den Ohren und in Autos mit Blinklicht auf dem Dach. Die Polizei. Und ein Kameramann vom dänischen Fernsehen TV2. Die wollten dann die Party auflösen. Nun ist die klassisch dänische Reaktion auf Polizisten, die sagen dass Du verschwinden sollst, dass Du verschwindest. Italiener, Spanier, Mexikaner, etc. reagieren da dezent anders. Das wiederrum hat die Polizisten verwirrt. Und die wurden aggressiv. Nicht körperlich, eben nur aggressiv.

Plötzlich stand ein Polizist vor mir und schrie mich auf Dänisch an. Klar, besonders vor den ganzen Südländern wirke ich wie ein Däne. Aber natürlich habe ich kein Wort verstanden. Also habe ich sehr ruhig und im saubersten Englisch gesagt, dass ich ihn nicht verstünde und ob er nicht vielleicht bitte Englisch reden könne. Daraufhin hat der mich lauter und schneller und wortreicher angeschrien, aber eben immer noch dänisch. Ich wurde ruhiger und habe meinen Satz immer wieder wiederholt. Irgendwann scheint er es kapiert zu haben und brüllte nur noch: „Go out!“
Bin ich dann.

Der Grund war übrigens keine Lärmbelästigung, sondern die Tatsache, dass das ganze unangemeldet war. Quasi eine Illegale Disko. Oh, und die denken, dass wir da eingebrochen sind. Hier der Zeitungsbericht (automatische Übersetzung). Konsequenzen hat’s vielleicht für die Organisatoren, keine Ahnung. Der Rest ist einfach nach Hause oder woanders hingegangen.

Nachtrag
Der Kameramann hat einen kleinen Bericht fertig gemacht. Den hier.
Ich bin bei Cops! 😀

Meine 15 Minuten Ruhm sind Orange

Andy Warhol hat’s versprochen: 15 Minuten Ruhm für jeden. Heute war’s bei mir so weit. Irgendwie. Nach zwei wenig ruhmreichen Teilnahmen bei Matthias Opdenhövel’s „Hast Du Töne?!“ (jeweils in der ersten Runde ausgeschieden), war ich bis vorhin der Gründer der Gruppe des Tages im StudiVZ.

Das bedeutet, dass jeder User dort einen kleinen Kasten unterhalb der Navigation eingeblendet bekommt mit dem Titel der Gruppe und einem Link. Dort kann man sich anmelden und… naja, eigentlich war’s das dann. Auf der Profilseite gibt’s eine Liste der Gruppen in denen Du Mitglied bist.

Klingt albern, ist in dem Sozialen Netzwerk aber eine Art von Sport. Irgendwie. Und mehr oder weniger lustig. Auf der Gruppenseite steht dann aber auch noch, wer die Gruppe gegründet hat. In diesem Fall: Ich.
Dementsprechend viele Leute waren auf meiner Seite, die ich gar nicht kenne. Ein paar von denen haben sogar Nachrichten hinterlassen, in denen sie häufig sagen, dass meine Gruppenauswahl amüsant sei. Selbstredend.

Die Mitgliederzahl der Gruppe selbst hat in wenigen Stunden einen Sprung von weit unter hundert auf knapp 1300 gemacht. Prinzipiell kann man also sagen, dass ich ein Star bin. Ich rechne jeden Moment mit einem Anruf vom Bohlen und ins Dschungelcamp muss ich vermutlich auch bald.
Meine große Zeit ist aber jetzt auch schon wieder rum. Und ich hab unverschämt gut ausgeseh’n. Irgendwann muss jeder geh’n, auf Wiederseh’n!

Lang lebe die Demokratie!

Ich bin Demokrat. Also nicht, so wie das in den USA verstanden würde, sondern eher so wie in Griechenland. Die Sache als solche, nicht eine bestimmte Partei. Herr Kempka hat mir mal verdeutlicht, dass es von unschätzbarem Wert ist, die Wahl zu haben. Ich war zarte 15 und es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich dachte: „Wow!“ – zumindest im Deutschunterricht.

Das ist schon eine ganze Weile her. Seit dem habe ich an jeder Wahl teilgenommen, zu der ich berechtigt war. Und daran möchte ich auch eigentlich nix ändern. Nur ist natürlich mittlerweile alles etwas komplizierter geworden. Ich bin Deutscher, EU-Bürger und lebe im Ausland, Dänemark, einem EU-Mitgliedsstaat.
Für die kommende Europawahl (im Juni) wurde ich angeschrieben. Ich sollte ich ein Formular ausfüllen und an die Aalborg’sche Kommunalverwaltung schicken. Hab ich natürlich. Das Formular sagt prinzipiell, dass ich EU-Bürger bin und an der Wahl teilnehmen möchte.
Letztens kam ein Schreiben von denen zurück. Sogar auf Deutsch. Ich bin jetzt im EU Wahlverzeichnis gelistet und darf meine Stimme abgeben. Wow.

Demnächst (im September) ist ja aber auch noch Bundestagswahl in Deutschland. Da wurde ich nicht angeschrieben. Hab aber auf der Seite unserer Botschaft ein Formular gefunden, dass ich an meine letzte zuständige Gemeindebörde schicken musste. Wow.
War alles etwas kompliziert, aber auch der Brief ist weg. Ich bin mal gespannt, wann und vor allem was Düsseldorf antwortet.

Berichten die über sowas eigentlich auch in den Auswandershows auf RTL2?