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Month: September 2009

Tierliebe in Dänemark

Ich bin da kürzlich über was kurioses gestolpert. Sex mit Tieren ist Legal in Dänemark. Es gibt anscheinend ganze Bauernhöfe, die sich damit ein Beibrot verdienen. Und das sogar öffentlich im Internet bewerben. Laut diverser Artikel gibt es auch massenweise Dänen, Deutsche, Niederländer, Norweger und Schweden, die diesen Service nutzen.

Auf der anderen Seite werden Burkas (diese muslimischen Ganzkörperkapuzen mit Sichtfenster für Frauen) gerade heiß diskutiert, ob die nicht verboten werden sollen. Schließlich laufen in Dänemark ungefähr 7 davon herum.

Verrückt. Total verrückt…

Der maltesische Handballnationalspieler

Kurz vorweg: Gestern hat sich auf dem Parkplatz vor meinem Fenster, hinter einem Auto ein älterer Herr eine andere Hose angezogen. Er stand unten ohne mitten in der Gegend rum. Einfach so. Am helllichten Tag. Die spinnen die Dänen…

Aber zu meinem eigentlichen Thema. Ich habe mich Gestern mit einem waschechten Nationalspieler unterhalten. Handball. Aus Malta. Als er nach Aalborg gekommen ist, hat er nach einem Verein gesucht, weil er weiter spielen wollte. Am Telefon hat sich dann der Trainer eines Teams fast überschlagen und wollte, dass Gilbert (so heißt das maltesische Ausnahmetalent) am besten sofort vorbei käme. Erstes Team natürlich.

Nun hat Malta ein paar Einwohner mehr als Bochum auf einem Gebiet, das ungefähr dem von München entspricht. Und Handball ist da im Süden auch nicht wirklich Volkssport. Gilbert meint, dass er sehr begeistert ist, am Ligabetrieb in Dänemark teilzunehmen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Hier seien es mehr als nur 4 Teams in der Liga. Außerdem gäbe es hier richtige Auswärtsfahrten, die Spiele finden nicht alle in der gleichen Halle statt.
Bei 52 Handballspielern in Malta ist es dann eben auch nicht allzu unwahrscheinlich mal in den 14er Kader der Nationalmannschaft berufen zu werden.

All das hat er dem Trainer natürlich nicht erzählt. Dieser hat den Malteser auch nach dem ersten Training in die 3. Mannschaft gesteckt. Da waren alle beteiligten froh drüber.

Ein Deutscher will zur Bundestagswahl

Liebes Deutschland,

Teil meines Demokratieverständnisses ist es, dass es dem Wähler so leicht wie möglich gemacht werden soll, seine Stimme abzugeben. Und, dass alle Wähler gleich sind.
Nun bin ich einer von über 800.000 Deutschen die nicht in der Bundesrepublik selbst wohnen. Ich habe diese Zahl irgendwo im Internet gefunden und würde mich nicht zu sehr auf deren Richtigkeit verlassen, aber das entspricht trotzdem der Einwohnerzahl von Bonn und Bremen zusammen. Und das ich meine Wahlunterlagen tatsächlich letzte Woche bekam, ist nur meiner Hartnäckigkeit zu verdanken.

Ich musste ein Formular ausfüllen und das einschicken. Klingt simpel. Aber das Formular zu finden war schon nicht leicht. Solche Dinge sind gut versteckt auf Unterseiten der Botschaft und des Auswärtigen Amtes. Als ich es dann endlich hatte, musste ich recht lang nach den Daten forschen, die eingetragen werden sollten. Ich mag eine Ausnahme sein, aber ich kenne meine Wahlkreisnummer nicht. Und die herauszubekommen machen Deine Internetauftritte, liebes Deutschland, auch nicht leicht.

Ich gehe davon aus, dass nicht jeder Deutsche im Ausland bei der Bundestagswahl teilnehmen möchte. Aber muss es deshalb so kompliziert sein? Wer einen Pass hat, gibt schließlich eine Adresse an, auch wenn Dich im Ausland nur die Stadt interessiert. Ich behaupte eine Postkarte mit Teilnahme-Registrierung würde den Aufwands- und Kostenrahmen nicht sprengen.

Immerhin, es hat geklappt. Ich durfte wählen. Per Briefwahl natürlich. Als würde ich noch in Düsseldorf wohnen. Ich bin Demokrat, liebes Deutschland, auch, wenn ich mich außerhalb Deiner Grenze aufhalte. Klingt komisch, ist aber so.

Vielen Dank und viele Grüße aus Dänemark,
Dein Karsten

P.S.: Geht wählen!