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Month: April 2011

Einmal Europa und zurück

Das Projekt in dessen Rahmen ich meine Doktorarbeit (immer noch) schreibe (nämlich: KiWi) ist seit dem 1. März vorbei. Und weil die Europäische Union unsere Arbeit ja finanziert (also: hat), möchte sie auch gern sehen, wo das ganze Geld denn wohl bleibt (also: geblieben ist). So wird sichergestellt, dass Forscher nicht einfach nur abkassieren. Das Ganze ist sogar recht streng geregelt.

Nun, da das Projekt vorbei ist, mussten wir die Endresultate vor einem Ausschuß präsentieren. Also haben sich eine Auswahl an Vertretern unserer Truppe in Luxemburg eingefunden, inklusive mir. Wir haben präsentiert was wir so gemacht haben und warum. Wichtig war den Leuten der EU aber, dass auch nach Abschluß des Projektes nicht einfach alles stehen und liegen gelassen wird. Nachhaltigkeit ist hier das Zauberwort.

Obwohl der finale offizielle Bericht noch aussteht, scheint das Projekt auch soweit recht erfolgreich gewesen zu sein.

Witzig war übrigens, dass diese Veranstaltung ja in einem Gebäude in Luxemburg war. Am Eingang mussten wir Ausweis vorzeigen und haben dann eine schicke Gästekarte bekommen. Damit haben wir dann offiziell Luxemburg verlassen. Ähnlich wie in einer Botschaft standen wir dann also auf Grund und Boden der Europäischen Union. Europa. Pur. Reines Euroland. Total verrückt!

Nationale Errungenschaften

Alle protzen. Alle. Das ist ja auch nix neues. Besonders vor fremden immer gern:

  • Ich komme aus der größten…
  • Wir haben den ältesten…
  • Bei uns gibt es am meisten…
  • Blah blah blah…

Hier in diesen internationalen Kreisen gibt’s solche Gespräche recht häufig. Und natürlich weiß inzwischen jeder, dass ich aus Europas zweitgrößter Stadt ohne eigenen Bahnhof komme.
Meist sind solche Sachen dann auch Dinge, die im Gespräch untergehen. Aber gelegentlich gibt es Spezialfälle, wenn nämlich meint mit sowas protzen zu müssen. Haribo, so haben mir verschiedene Dänen schon versucht zu erklären, komme nämlich aus Dänemark. Es wird ja auch überall verkauft hier. Drei Wörter reichen da meist als Antwort: Hans Riegel, Bonn. Der Klugscheisser in mir tanzt dann eine halbe Stunde lang durch die Gegend.

Es gibt aber selbst darunter noch zwei Superprotzereien, die ich natürlich nicht für mich behalten kann/will…

  1. Vor 1½ Jahren ungefähr hat uns ein Franzose zu erklären versucht, dass Brot in Frankreich erfunden wurde.
  2. Just Gestern Abend hat ein Freund aus Italien darauf bestanden, dass Messer und Gabel von einem Italiener erfunden wurde.

Ich antwortete bei beiden Fällen mit gleichem Wortlaut. Dass Brot wie auch Essbesteck wohl schon im Gebrauch waren, lange bevor die Menschen den Afrikanischen Kontinent verließen, hab ich dabei wohlwollend außer Acht gelassen.
Meine Antwort: “Das mag ja sein, aber das Rad wurde von einem Deutschen erfunden!”