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Category: Globetrotter

Links ist Rechts

Weil ich mich ja so schön zur Europawahl angemeldet habe, musste ich mich mal über die Dänischen Parteien aufklären lassen. Mir ist nämlich leider nicht klar, ob ich die Deutschen Parteien zur Wahl bekomme (schließlich bin ich Deutscher EU-Bürger und kein Dänischer) oder nicht.

“Die werden schon die gleichen haben wie alle anderen auch…” – weise Worte von einem, der mit Schaumstoffwaffen durch Wälder rennt. Aber: Weit gefehlt. Das dänische Parteisystem ist wie das amerikanische auf Speed.

Es gibt ungefähr 7 Parteien die zu den relevanten gehören. Eine davon, die Dansk Folkeparti etwa wirbt ziemlich krass und überall mit einem Poster. Darauf ist ein komischer Kerl (ein Milchbubi mit Namen Messerschmidt) und ein Satz: Gi’os Danmark tilbage (Gib uns Dänemark zurück). In erster Linie setzen die sich für das Sozialsystem und gegen Ausländer ein. Ist ein bisschen merkwürdig, weil die Ansätze für das Sozialsystem wohl echt klug und vernünftig und sinnvoll sind. Die Ausländerpolitik ist allerdings sehr extrem. Viele der Poster sind übrigens leicht verändert. Mal hat er ein sympathisches Hilterbärtchen verpasst bekommen, mal sagt er “Gib uns den Holocaust zurück”.

Unter den anderen Parteien gibt es die Venstre (Linke). Nennen sich die liberalen, sind aber anscheinend deutlich weiter rechts. Dann gibt es da noch die Radikale Venstre (Die radikalen Linken). Die sind sehr mittig mit einer liberalen Finanzpolitik. Außerdem sind da natürlich noch die Socialdemokraterne (Sozialdemokraten), die sich sinnvollerweise mit “A” abkürzen.

Christliche Parteien gibt es bei dem Gottlosen Volk hier (> 80% Protestanten) übrigens nicht. Also keine Relevanten…

Polizei sprengt Studentenparty

Am Freitag war ich auf einer Studentenparty in einem der Wohnheime hier. Hauptsächlich Internationale Studenten wohnen da. Wir sind erst recht spat da aufgeschlagen, die Party selber schien wie die meisten Studentenpartys: Du kennst viele, alle sind schon recht voll, schlechte aber laute Musik und billige Getränke (rein alkoholisch natürlich, Cola verkaufen die da typischer weise nicht – ich bring mir meine Flasche immer mit).

Die richtige Party-Crew kam kurz nach uns. Mit Stöpseln in den Ohren und in Autos mit Blinklicht auf dem Dach. Die Polizei. Und ein Kameramann vom dänischen Fernsehen TV2. Die wollten dann die Party auflösen. Nun ist die klassisch dänische Reaktion auf Polizisten, die sagen dass Du verschwinden sollst, dass Du verschwindest. Italiener, Spanier, Mexikaner, etc. reagieren da dezent anders. Das wiederrum hat die Polizisten verwirrt. Und die wurden aggressiv. Nicht körperlich, eben nur aggressiv.

Plötzlich stand ein Polizist vor mir und schrie mich auf Dänisch an. Klar, besonders vor den ganzen Südländern wirke ich wie ein Däne. Aber natürlich habe ich kein Wort verstanden. Also habe ich sehr ruhig und im saubersten Englisch gesagt, dass ich ihn nicht verstünde und ob er nicht vielleicht bitte Englisch reden könne. Daraufhin hat der mich lauter und schneller und wortreicher angeschrien, aber eben immer noch dänisch. Ich wurde ruhiger und habe meinen Satz immer wieder wiederholt. Irgendwann scheint er es kapiert zu haben und brüllte nur noch: „Go out!“
Bin ich dann.

Der Grund war übrigens keine Lärmbelästigung, sondern die Tatsache, dass das ganze unangemeldet war. Quasi eine Illegale Disko. Oh, und die denken, dass wir da eingebrochen sind. Hier der Zeitungsbericht (automatische Übersetzung). Konsequenzen hat’s vielleicht für die Organisatoren, keine Ahnung. Der Rest ist einfach nach Hause oder woanders hingegangen.

Nachtrag
Der Kameramann hat einen kleinen Bericht fertig gemacht. Den hier.
Ich bin bei Cops! 😀

Pass-Spaß

Ich bin Ausländer. Fast überall. Aber eben nur fast. Und um das zu beweisen, braucht es ein Papier. So eine Art Büchlein. International als Pass bekannt. Als Deutscher brauchst Du, Personalausweis sei Dank, sowas nicht, wenn Du die EU nicht verlässt. Selbst darüberhinaus ist ein „Reisepass“ (in Deutschland gibt es keinen Pass pur, nur einen zum reisen) oft nicht von Nöten.

Nun liegt der Fall bei mir ja ein wenig anders. Einen Perso bekommt jeder der in Deutschland wohnt. Das ist aber auch gleichzeitig Bedingung. Nun, ich wohne nicht in Deutschland. Also keinen Personalausweis, sondern einmal Reisepass für mich, bitte.

Das ist allerdings kompliziert. Letztes Jahr hab ich ja nur einen Temporären bekommen. Jetzt darf ich einen richtigen haben. Mit Fingerabdrücken und allem Pi-pa-po. Kann ich jederzeit beantragen kommen, in der Botschaft meines Vertrauens. Kopenhagen. 417km.

Es gibt aber eine Ausnahme, in Grenznähe ginge das auch. Bedeutet: Flensburg. Immerhin auf meiner Rute in die Heimat. Muss ich dann nur vorher bescheid sagen, damit die Papiere angefordert werden können. Aus Kopenhagen. Kostet auch eine kleine Gebühr…

Auf meinem Weg in die Osterferien war’s dann soweit. Morgens um 8 durfte ich 20 Minuten im Flensburger Bürgerbürowartezimmer sitzen und dann Reisepass beantragen und Fingerabdrücke abgeben. Die junge Dame wollte „strahlendes und wunderschönes Blau“ nicht als Augenfarbe durchgehen lassen. Ansonsten lief’s ganz gut, keine Dreiviertelstunde nach verlassen eben dieser war ich schon wieder auf der Autobahn.

Ach so, den Reisepass muss ich natürlich persönlich abholen. So in 4 Wochen vermutlich. Macht ja nix, werd ich wohl wieder eine Stippvisite in D machen. Dafür ist’s günstig. 118€ für Ausweispapiere. Jederzeit wieder.

Ich, Raucherclubmitglied

Nach meinem Salzburgaufenthalt und vor meiner Heimreise hab ich noch einen Tag in München eingelegt. Ich mag München, Bayern hin oder her.

Am Abend waren wir im Netzer & Overath. Das ist ein Club. Empfehlenswert sogar. Den Nichtraucherschutzgesetzen sei Dank aber eben kein normaler Club, in den Du gegen Eintrittsgeld eintreten darfst, sondern ein Raucherclub. An der Tür kannst Du gegen einen Clubbeitrag Mitglied werden und bekommst eine Mitgliedskarte.
Hab ich jetzt. Bin ich jetzt.

Die Frage die sich im Anschluss natürlich stellt, ist, hab ich da an der Tür meine Seele verkauft? Ich habe in meinem Leben noch keine ganze Zigarette geraucht und schwuppdiwupp finde ich mich in einem Raucherclub wieder. Verkraftet das mein Gewissen? Mein guter Ruf? Hab ich jetzt schlechtes Karma? Bin ich jetzt bei BND, MI6 & CIA als auffällig gelistet? Steht das in meiner Akte jetzt unter Vorstrafen? Muss ich das in meinem Lebenslauf erwähnen? Kommt jetzt im Dezember Knecht Ruprecht mit Rute?

Ich habe kurz überlegt meine Mitgliedschaft schriftlich zu kündigen, mich statt dessen aber heute für eine Klimakonferenz in Kopenhagen mit vergleichbarem Aufwand eingesetzt (Name, eMail, Unterschrift, Danke). Zumindest sollte ich damit aus dem gröbsten raus sein, oder?
Den Mitgliedsbeitrag (immerhin ein ganzer Euro) werde ich verdoppeln und bei nächster Gelegenheit dem WWF spenden. Da lass ich mich nicht lumpen.

Julefrokost

Wörtlich übersetzt man das wohl mit Weihnachtsmittagessen. Prinzipiell ist es aber nichts anderes als eine Weihnachtsfeier. Und dänisch traditionell müsste es sowieso Weihnachtsbesäufnis genannt werden.
Ich hatte jedenfalls jetzt mein erstes Mal. Also, mein erstes Julefrokost.

Mit dem Basketballverein haben wir’s gemacht, letzten Samstag. Es gab traditionelles Dänisches Weihnachtsessen (also das eigentliche Julefrokost). Ein dänischer Kollege meinte vorher zu mir, das sei ekelhaft. War aber eigentlich ganz okay. Es gab 3 Gänge, anschließend Milchreis und Käse.

Gang 1: Hering mit einer Art Remoulade und Ei mit Kaviarersatz und Lachs und Brot.
Gang 2: Irgendein panierter Fisch (ich kenn schon die deutschen Namen von den Viechern nicht, da frag mal einer nach Dänisch oder Englisch…)
Gang 3: Rotkohl und Grünkohl (gesüßt) und Kartoffel (Karamellisiert) und Frikadellen und irgendwas vom Schwein. Das ich den Rotkohl pur gegessen habe, hat die beiden Dänen mir gegenüber zum lachen gebracht: „Das ist man immer mit ein Stück Fleisch oder Kartoffel zusammen, sonst schmeckt das doch nicht!“

Zwischendurch gab’s noch dieses Spiel, das vielleicht ein bisschen vergleichbar ist mit unserem Wichteln, nur viel cooler. Also, jeder bringt ein Päckchen mit (Absprache war: max. kr30/4€) und legt es in die Mitte des Tischs. Dann gehen zwei Würfelbecher rum, jeder würfelt, einer nach dem anderen. Wer eine 6 Würfelt, darf sich ein Päckchen aus der Mitte nehmen. Bis alle verteilt sind.
Dann stellt einer eine Zeit ein, die nur er/sie kennt. Irgendwas zwischen einer Minute und einer Stunde.
Und dann geht’s weiter. Wer eine 6 würfelt, bekommt ein Päckchen, besser: holt es sich. Dann darf nämlich geklaut werden. Bis die Zeit um ist. Dann werden die Päckchen aufgemacht.

Ist wirklich ziemlich lustig. Nach der ersten Runde hatte ich 3 Päckchen. Die wurden mir dann allerdings alle gestohlen. Hat richtig Spaß gemacht, das Geschenke klauen.
Empfehlung für alle: Nachmachen!

Olympisches Bowling

Ich hab vor etlichen Jahren mal eine Dauerkarte fürs Bowling gehabt. Das war in irgendwelchen Sommerferien und ich bin fast jeden 2. Tag mit meinem Cousin (der Elfmeterkiller) per Fahrrad ins wunderschöne Recklinghausen-Süd gefahren und wir haben gebowlt. Die Punktzahlen damals waren sehr gestreut, aber ich kann mich an gelegentliche 160er Ergebnisse erinnern.
Das ist lange her, aber das war auch sehr intensiv. Seit dem bin ich jedenfalls kein großer Freund des Bowlingsports mehr.

Letzte Woche wurde ich dann gefragt, ob ich mit zum Bowling komme. Nicht sonderlich begeistert, aber natürlich war ich dabei. Mir geht’s dann eben eher um den sozialen Akt (formerly known as „Beisammensein“). Das Feld war bunt gemischt. Vertreten waren 2x Belgien, Brasilien, Deutschland, Portugal, Schweden und die USA.

Wer hat gewonnen? Ich. Muha. Aber vermutlich nur, weil keiner aus China dabei war. Die holen sich ja dies Jahr jedes Gold. Dafür schwöre ich, dass ich nur legale Aufputschmittel (Cola) und nichts leistungssteigerndes zu mir genommen hab.

Im ersten Spiel hatten der Ami (“Für Michael Phelps würde ich Schwul werden”) und ich eine kleine Wette: Wer schlechter ist als die zierliche Schwedin muss 5 Liegestütze auf der Bahn machen…

Skt. Hans Dag

Gestern war Mittsommernacht. Das bedeutet hier vor allem, dass es so gegen 2 nur kurz ziemlich (nicht mal stock sondern nur relativ) dunkel ist. Und während die Schweden ganz platt ein Fest feiern, dass sie Mittsommernacht nennen, begehen die Dänen den Skt. Hans Dag, nach Johannes dem Täufer.

Dieser heilige Hans ist wohl irgendwie der Täufer unter dem Chef und der Begründer der Baptisten gewesen. So ganz genau weiß das aber auch eigentlich keiner. Und wieso der Tag so heißt erst recht nicht. Dass der hier gefeiert wird, hat aber, so konnte mir bestätigt werden, damit zu tun, dass, wie bei uns die Heiden ihre Feste nicht feiern durften und sich dann irgendeinen Christlichen Termin dazu gesucht haben. Den 24. Juni eben, Sankt Hans Tag.

Der Christliche Hintergrund wird deutlich, wenn ich beschreibe wie der Tag abläuft. Erst essen alle zusammen Lamm. Dann ziehen alle zu einem großen Haufen Grünabfälle und zünden den an. Dann singen alle ein Lied. Und dann werden die Hexen ins Feuer geworfen.

Einer der Professoren mit denen ich hier arbeite hat mich dazu eingeladen. Die feiern sowas immer mit der ganzen Nachbarschaft. Eigentlich ist das vergleichbar mit Osterfeuern bei uns.
Gestern war’s allerdings stürmisch. Und zwar sehr. Der große Haufen konnte aus Sicherheitsgründen nicht angezündet werden. Dafür gab’s dann ein kleineres Lagerfeuer. Auch sehr nett.

Hexenverbrennung Als die Hexe (eine kleine zurecht gemachte Puppe, irgendwo in der Bildmitte schwer zu erkennen) ins Feuer geworfen wurde, haben sich alle gefreut, mich angestarrt und geschrien, dass die ja jetzt nach Deutschland fliegt. Zum Blocksberg.
Schön. Die Hexen in Deutschland sind also nur die alten verbrannten aus Dänemark…

War ein sehr lustiger Abend mit sehr netten Leuten und ziemlich leckerem Essen. 🙂

Karneval in Aalborg

Hier war heute was los… Unglaublich. Die sagen immer „Größter Karneval Nordeuropas“. Vorher hab ich noch Witze gemacht („Damit meinen sie sicher, alles nördlich von Münster“) und ich hab ja nun wirklich schon einiges gesehen, was Karneval angeht, aber das hier hat mich mal umgehauen.

Es gibt zwei frappierende Unterschiede zum Karneval in Köln, das war schon im vornhinein klar. Erstens, dass das Liedgut vermutlich nicht so ausgereift und wenn dann in einer mir unverständlichen Sprache gesungen wird und b) ist es Ende Mai nun mal nicht so scheisskalt draußen wie Anfang Februar.

Ich sollte Recht behalten. In der Mittagssonne hab ich meinen Sonnenbrand auf der Stirn nachgebessert. Außerdem es gab nur 2 oder 3 Lieder überhaupt, die ich nicht aus den WeltCharts kannte. Und die waren auch mehr vergleichbar mit NDW Reißern, denn mit Karnevalsmusik. Natürlich hab ich trotzdem gelegentlich „Mir lasse de Dom in Kölle“ & Co. intoniert. Selbstredend.

Der Umzug war hier nicht wie in Deutschland, das ein paar Vereine Wagen basteln und alle am Rand stehen um sich daran zu erfreuen. Sondern eine definierte Route quer durch die Stadt und diese sind einfach alle in Kostümen entlang gepilgert. Und alle sind eine ganze Menge. Zwischendurch gab’s immer mal einen größeren Wagen mit einer Musikanlage drauf (nur Musik, keine Leute mit Bonbons) und gaaanz viele meiner Mitpilgerer hatten irgendwelche Wägelchen gebastelt (meist alte Kinderwagen, manchmal auch wilde Holzkonstruktionen) und so selbst für Getränkenachschub gesorgt.

Das Ganze endete dann an einem kleinen Park hinterm Bahnhof. Du durftest kr100 (13€) Eintritt zahlen und dann mit allen anderen da rein. Da waren dann Getränke und Fressbuden und 5 verschiedene Tanzflächen. Plötzlich wirkte der Park auch riesig. Sehr verwirrend.
Und weil es in der letzten Zeit fast nicht geregnet hat und heute so richtig warm war, ist’s mega staubig gewesen. Das war aber auch das einzig negative. Ich, in bester HulaBoy-Manier, war mit Beavis und Butt-Head unterwegs und wir hatten ziemlich viel Spaß.

Waren ja auch alle da, 4-5 Schottische Clans, 17 Super Marios (fast alle mit passendem Luigi), 23 Batmans (aber nur 4 Robins), die Besatzung von 2 Piratenschiffen, jede Menge Urzeitmenschen und, weil sie am Nachmittag das letzte Spiel der Saison hatten und den Pokal bekommen haben, hunderte von AaB Anhängern.

Zu den Bildern.

Ab in den Norden!

Irgendwie ging alles ganz schnell. Knapp über 4 Wochen nach der E-Mail mit einer Zusage aus dem Norden Dänemarks bimmelt mein Wecker Morgens um 3:47. Schwuppdiwupp das Auto gepackt und ab auf die Autobahn. Was sind schon 800km?!

Einmal mehr bewies ich gutes Timing, schließlich bin ich genau dann gefahren, wenn sich der komplette öffentliche Dienst dazu entschlossen hat, die Arbeit niederzulegen. Das war aber, wieder erwarten, kein allzugroßes Problem. Auch das Schneegestöber, das mich bis in den Vormittag begleitet hat, konnte ich gut verkraften. Ein bisschen blöd war, dass ich irgendwo zwischen Bremen und Hamburg im Stau stand. Also wörtlich. Fast 2 Stunden. Motor aus. Spaß.

Trotz allem bin ich irgendwann angekommen. Und als ich das Auto ausgeräumt habe, musste ich schon ein bisschen staunen. Was da so alles rein geht. Da mir das eh niemand glauben würde, hier der Fotobeweis…

Urlaub International

Zum Start dieser Woche, will ich mal kurz protzen. Ich hab nämlich Urlaub. Und werde eine Menge machen und sehen. Was? Aaaaalso…

  • Dienstag: Flug nach London
  • Mittoch: Chelsea FC vs Schalke 04
  • Donnerstag: Flug nach Zürich
  • Samstag: Geburtstagsparty in Bern
  • Sonntag: Rückflug nach Düsseldorf

Das wird ein Fest. 😀