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Tag: fussball

Nach der WM ist vor der EM

Die WM ist vorbei. Jetzt kommt das große Loch. Um dem zu entgehen, werde ich auch Mittwoch erst mal in den Urlaub starten. Kurz Zeit habe ich jedoch noch um Resümee zu ziehen:

  • Holland hat Brasilien rausgehauen!
  • Das Halbfinale war fast komplett Europäisch.
  • Für Italien war schon nach der Gruppenphase Schluss, für Argentinien dafür erst im Viertelfinale.
  • Mexiko war stärker als Argentinien, zumindest bis zur Schiedsrichterabseitsfehlentscheidung.
  • Chile war stark, Dänemark stärker als von vielen erwartet.
  • Ich habe zwei Tippspiele gewonnen, bei einem knapp Zweiter geworden und in der Bild bin ich besser als der Netzer.
  • Ziemlich viele Spiele habe ich ein Kaltgetränk schlürfend und auf eine Leinwand starrend verlebt.
  • Ich habe Spiele gesehen, zusammen mit Leuten aus Argentinien, Äthiopien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Honduras, Italien, Kanada, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Mexiko, den Niederlanden, Polen, Portugal, Russland, Senegal, Serbien, Slowenien, Spanien, Thailand und den USA.
  • All das habe ich hier Dokumentiert: Karstens WM Tagebuch

Zusätzlich möchte ich noch kurz berichten, dass der Oktopus internationale Berühmtheit erlangt hat. Bevor ich aus deutschen Medien von dessen Existenz erfuhr, haben mich bereits Mexikaner darauf angesprochen. Im Turnierverlauf, sprachen plötzlich alle (und ich meine ALLE!) von dem Wunderkraken Paul. Unglaublich, eigentlich.

Schön war’s. Danke Süd Afrika. Und in 2 Jahren spielen wir dann endlich auch die Spanier an die Wand!

Finale ’92

Finale'92: 0-0Wann immer ich mich mit Dänen über Nationalmannschaftsdinge unterhalte, dauert es meist nicht lang und das EM Finale von 1992 wird feierlich serviert. Ich muss gestehen, dass ich erst einmal nachlesen musste, was denn da war. Das ist so ähnlich wie die Österreicher immer mit ihrem Cordoba, für die ein Feiertag den noch Generationen nach ihnen zelebrieren, und kaum ein Deutscher kann sich wirklich noch daran erinnern.

Finale'92: 1-0Jedenfalls hat Deutschland damals im Finale 0:2 gegen die Dänen („We are Red, we are White, we are Danish Dynamite!“) verloren, die überhaupt nur ins Turnier gerutscht ist, weil Jugoslawien sich entschlossen hat einen Krieg zu veranstalten. Dänemark galt damals als Spaßtruppe, die aus dem Urlaub zurückgeholt wurde und hat das Turnier in Schweden tüchtig aufgemischt.
Das Finalspiel wurde am Tag vor der WM im Dänischen Fernsehen wiederholt und hinter vorgehaltener Hand wurde mir schon von 3 Dänen gestanden, dass der Sieg mehr als Glücklich war.

Finale92_2-0Der größte Skandinavische Mobilfunkanbieter hat gerade eine Kampagne, dass man ja immer so viel Vergisst. Ich glaube die werben für mobiles Internet oder so. Keine Ahnung. Ist aber auch egal. In dem Werbespot jedenfalls wird hübsch beschrieben, wie man die Haustürschlüssel auf dem Tisch vergisst, oder beim Angeln gerne mal vergisst, wie groß der Fisch nochmal wirklich war. Nicht vergessen, und so geht es fast wörtlich, kann man natürlich den Ausgang vom Finale ’92. Gezeigt wird währenddessen ein kleiner Cartoon in dem ein offensichtlich deutscher Fußballer von einem dänischen Klatschhut zwei Ohrfeigen bekommt. Ich hab das mal abfotografiert…

Weltmeisterschaft 2010 – Lasst die Spiele beginnen!

Autogrammkarte 1974Eeeeendlich! Die WM ist da. Ich bin schon seit Tagen völlig aufgeregt. Ich überlege, wie ich mein Arbeitspensum um die Spiele rumorganisieren und die fünf Tippspiele, an denen ich teilnehme, am besten im Auge behalten kann. Nur damit ich hinterher auch sagen kann: “Ich hab’s ja immer gesagt!”, hier noch schnell meine offiziele Weltmeisterschaftsprognose:

  • Deutschland wird Weltmeister
  • Holland haut Brasilien raus
  • Das Halbfinale ist komplett Europäisch
  • Für Argentinien und Italien ist im Achtelfinale schluß
  • Mexiko, Dänemark und Chile sorgen für Überraschungen

So, jetzt werde ich mir das Trikot überstülpen, dass mir mein Freund Ubaldo aus seiner mexikanischen Heimat mitgebracht hat, mich zu meinem mexikanischen Freundeskreis gesellen und sehen wie der Gastgeber sein erstes Spiel leider verliert.
Übrigens hab ich mir schon was ausgedacht, wie ich den ganzen Rummel hier dokumentiere und hoffe in einem Monat an dieser Stelle schön was präsentieren zu können.

Euch allen ein spannendes Turnier, viel Erfolg in den einzelnen Tipprunden und auf das die Spiele friedlich verlaufen. Der Mannschaft: Viel Erfolg. Skål!

Hier noch ein kleines Video, wie ich mich mit ein paar Freunden letzte Woche warmgespielt habe…

A Home-Story: The Ruhr-District

ruhrLogoSome time ago I was born (and raised afterwards) in a town called Herten, in the northern part of what we call Ruhrpott, the Ruhr-District. In 2010 this, being the 3rd biggest agglomeration area of the EU, is the European capital of culture. I’m aware of the fact, that, besides the related people, hardly anyone cares about these places. But as a self-appointed ambassador, I consider it my duty to tell you about the place that I call home…

The Ruhr-District is, in many different cities and districts, home of almost 5.5 Million people in the “deep West” of Germany. The reason for so many people is simple: Coal. In the end of the 18th century, there was nothing but some farmers. But with the industrialization came the need for coal. An area close to the river Ruhr was rich of that and iron. So soon hundreds of coal-mines were built as well as big steel works.
Coal and steel was very important during wars and many weapons were produced in the Ruhr-District. This and the fact that a lot of energy came from here, was reason enough to destroy most of the area during the Second World War.

Right after the war, coal became the engine for a rising society. So people began to rebuild the cities and mine coal, the faster the better. This had two major influences. First, Germany managed to become healthy and wealthy very fast again (Wirtschaftswunder). Second, the as-many-buildings-as-possible-and-as-fast-as-possible-approach resulted in townscapes, which share a certain style that is not exactly considered as being fancy nowadays…

In the 1950s the structural change began, coal was cheaper in Russia or China and most mines closed down in the following 40 years. So by now you can still see the mines and their consequences, but the whole region needed a different perspective. Even though unemployment is quite high in that area, communities became creative to find new ways. One of them is tourism and culture, what was once grey from dust is now green and/or modern – a lot has been done.

But let me talk about the people, because they are special. The Ruhr-District is traditionally a huge working-class area. That influenced both, spirit and language. Germans say the language is dirty as coal-dust. We make heavy use of what is considered of being swear-words in many other parts of Germany. And even the accent is rather messy, edgy and practical, e.g., some grammar rules simply do not apply here.
The spirit is something I notice much stronger, now that I live abroad. People in the Ruhr-District are very straight forward. You will get their opinion, whether you want it or not. Additionally, they are outright and do not like frills or knick-knacks. The people are, in the best meaning, honest and simple.
… and football-fans. Three (out of 18) teams in the German Bundesliga are from this area: VfL Bochum, Borussia Dormund and Schalke 04. The latter ones being the biggest rivals and having the derby of the highest interest in whole Germany. Their big stadiums are usually sold out and you see people with fan-wear everywhere on every possible occasion. The same counts for smaller teams, on lower levels. Everybody talks about it all the time and quite some people consider football as a matter of the heart.

Ruhr.2010So this area that defines itself by coal, steel and football is now the European capital of culture. Many different events throughout the whole year are scheduled. It’s the first time that this title is held by an area, not just one city. So during the year there will be a spotlight showing the local heroes, 52 cities in 52 weeks, Herten will be number 22.

If you’ll ever make it to the Ruhr-District, I would suggest you, to climb up one of the many tailings and get a look over the landscape. Or go to one of the former coal-mines (you can get pretty close to some) and try to grasp the pulse of steel. But in any case, you have to stop at one of the diners and get a ‘Pommes-Currywurst‘, the regional meal.

Auf Nord-Süd-Achse

Ein kleiner Reisebericht…

Freitag, 6. November:
– Abreise, Aalborg
– Fußballspiel in Hamburg: St. Pauli – Fortuna Düsseldorf

Samstag, 7. November:
– Abreise Hamburg
– Zwischenstopp Gelsenkirchen
– Fußballspiel in München: Bayern München – Schalke 04

Sonntag, 8. November:
– Rückfahrt ins Ruhrgebiet
– Heimaturlaub beginnt (2 Tage)

Zusätzlich: Fotos

Vi elsker AaB!

Gruppenbild
Gruppenbild
Grandios. Ein großartiges Spiel. Aalborg hat 10 Minuten druck gemacht, dass die Spanier gar nicht mehr wussten, wo der Frosch die Locken hat, und ist dann 35 Minuten zu früh in die Pause gegangen. Zumindest Mental. Ein glücklicher Torhüter und eine recht stabile Abwehr (mit Libero) haben ein Unentschieden zur Halbzeit gehalten. Nach dem Seitewechsel haben die Dänen dann wieder Fussball gespielt, der Torwart blieb glücklich und zum Schluss hätte der gegnerische Torhüter eigentlich noch vom Platz fliegen müssen.

Security
Security
Hinterher stand 3:0 auf der Anzeigetafel und das Stadion Kopf.
Grandios!
Im 8telfinale geht’s vermutlich gegen Manchester City. Ich hab die Nummer von dem Hotel noch… 😉

Vor'm Elfmeter
Vor'm Elfmeter
Jedenfalls war’s nicht ganz so kalt, wie erwartet. Ich war aber auch gut eingepackt und mit meinen Schneestiefeln vermutlich der einzige im Stadion ohne kalte Füße. Dafür war’s hinterher in der Kneipe auch ungewohnt warm. Verrückt.

Übrigens lief Bandenwerbung für die Aalborg Universität, meinen Arbeitgeber. Learning can seariously affect your Brain. Lernen kann ernsthafte Auswirkungen auf Ihr Hirn haben. Wieso sagen die sowas eigentlich immer erst hinterher?!

Die Königsklasse

Als ich her gekommen bin und mir den hiesigen Rumpelfußball zum ersten Mal angesehen hab, dachte ich: Wenn das meine Leute in D sehen könnten. Können sie jetzt, so sie Bezahlfernsehen haben, WIR (der AaB) spielen nämlich in der ChampionsLeague.

Ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde inklusive Losglück und allem Zick und Zack (ich war bei beiden Qualifikationsspielen dabei) steht Aalborg jetzt in einer Gruppe mit ManU, Celtic und Villareal. Kaum zu fassen. Ich als Hobby-Schotte hab mich am meisten über Celtic gefreut, alle anderen hier drehen (nicht ganz unverständlich) auf Grund von ManU durch. An Tickets in dem 12.000 Leute Stadion ran zu kommen ist ohne Dauerkarte natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Da wird natürlich unsere Lieblings-Sports-Bar wieder reichlich frequentiert. Außer, wenn Manchester in Aalborg aufschlägt, denn da hab ich zum Glück ein Projektmeeting in München…

Gestern war das erste Spiel, in Glasgow. Ich war leicht hin und her gerissen, aber im Zweifel natürlich für Aalborg. Komisches Spiel, beknackter Schiri, keine Tore. Unentschieden, das muss man sich mal vorstellen.
Die ersten 20 Minuten war das noch dezent verhalten. Da wurde jede eigene Aktion wild bejubelt die nicht total schlecht war. Nach dem Spiel dann wurde hier gefeiert, wohlgemerkt in einer Bar mit Leinwand, als wären wir im Stadion und hätten grad die Champions League gewonnen.

Und es wurde wieder gesungen: We are the famous Aalborg and we’re gonna win the Champions League…
Zwei krasse Fehleinschätzungen in nur einem Satz. Unglaublich.
Aber: Schalke wird Meister. Da bin ich sicher.

Pizza gegen Käse

EM im Ausland ist schon eine merkwürdige Sache. Das Deutschlandspiel haben wir in einer Kneipe geguckt. Mit 10 Leuten. Da war vermutlich allein auf dem Hof Prüsener mehr los…

Forza Italia Egal. Und erfolgreich ja sowieso. Gestern hab ich dann das Hollandspiel in einem englischen Pub inmitten einem Rudel Italiener verfolgen dürfen. Die Stimmung war wirklich toll, die gehen genau so ab, wie sich das jeder immer vorstellt. Lauthals diskutiert und geschimpft wurde so ziemlich jedes Mal, wenn ein Holländer den Ball bekommen hat. Applaudiert wurde, wenn ein Italiener ihm den Ball abgenommen hat. Je brachialer desto besser. Und Sprechchöre gab’s ja sowieso andauernd. „Forza Italia“ und „Italia, Italia“ und irgendwas, dass übersetzt wohl sowas wie „Französische Bastarde“ heißt. Wieso auch immer. Denn auch wenn ich Al Bundy jederzeit gerne zitiere („Es ist falsch Franzose zu sein.“), die waren ja noch nicht mal in der Nähe. Und wenn, dann hätt’s Kopfnüsse gegeben.

Mein Nachbar hat mich dahin mitgenommen. Wir haben ganz hinten gesessen. Auf dem Weg zum Klo. Dadurch hatte ich einen guten Überblick und war nicht wirklich mittendrin. Was gut ist. Denn seit ich während meiner Diplomzeit von Josts Schwestern die niederländische Fußballhymne beigebracht bekommen habe, ist mir der Käse sympathisch. Ich konnte mir ein „Oranje boven!“ zwar so grade noch verkneifen, aber so richtig geärgert hab ich mich bei den Toren auch nicht.
Hättet Ihr mal unseren Frings nicht reingerissen.

Irgendwann hab ich auch noch Freya kennengelernt. Die Göttin für Liebe und Krieg. Wurde aber recht fix von ihrem Freund wieder eingesammelt. Jaja, zum Klo müssen sie alle mal…

Ich hab’s vorher gesagt und ich sage es wieder. Finale: Deutschland – Holland, 2-1, die entscheidende Hütte macht der Westermann.

Meister!

Schon verrückt, in der Heimat feiert der Rivale aus der Gegend von Lüdenscheid-Nord grad 50 Jahre ohne Deutsche Meisterschaft und hier in Dänemark sind WIR direkt Meister geworden. Ich geb’s ja zu, vor 3 Monaten hab ich noch nichtmal von dessen Existenz gewusst, doch schon bin ich Fan. Und Dänen-Meister.
Oh, ohoh, ohoh, AaB!

Eigentlich wollte ich mir letzte Woche noch’n Ticket für das Spiel heute oder das übernächste Woche holen. Ist aber beides ausverkauft gewesen. Blöd.
Heute hab ich dann vom großen PublicViewing in der Innenstadt gehört. Da wollte ich mir natürlich ein Trikot holen. Auch ausverkauft. Blöd, blöd.

In der Stadt war aber die Hölle los. Die Großleinwand konnte ich nur so halb sehen. Hinter mir wurden gelegentlich Bengalos gezündet. Und vorne hat Aalborg dann gegen einen der Erz-Rivalen (wieso auch immer) kurz vor Schluss der ersten Halbzeit zweimal nach Ecken eingenetzt. Das war’s, zwei Spieltage vor Saisonende 8 Punkte Vorsprung.

Die Partymeile lief über, Feuerwerk war zu sehen und auf meinem Heimweg (Morgen muss ich ja wieder fleißig sein) ist der Mannschaftsbus sogar noch an mir vorbei gefahren.

Alle hatten so ein schickes rot-weiß gestreiftes Trikot an. Nur ich nicht. Aber ab Juli gibt es sie wieder. Pünktlich zur Champions League Qualifikation werd ich dann auch endlich so eins haben. Muha!