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Procrastination

Jeder Deutsche weiß, dass sie in Amerika auf ein “Fest” gehen und nicht auf eine Party. Auch, dass man in den Staaten “Gesundheit!” sagt, wenn jemand niest. Ausserdem ist allgemein bekannt, dass es im Englischen keine eigenen Begriffe für Zeitgeist, Doppelgänger oder Kindergarten existieren und darum die deutschen benutzt werden. Ein befreundeter Neuseeländer hat mir mal folgendes erzählt: Sprachforscher gehen davon aus, dass in einer Kultur immer dann ein Wort für irgendwas aufkommt, wenn dieses etwas einen Stellenwert von gewisser Höhe erreicht. Sprich, irgendwas ist wichtig, also geben wir dem Kind einen Namen. Er hat dann freundlich auf Schadenfreude verwiesen.

Wer als Deutscher ein Leben auf englisch führt, wie ich, kennt einige dieser Beispiele. Allerdings gibt’s das ganze natürlich auch andersrum. Ich meine jetzt gar nicht mal was spezielles wie Garage, Show, Macho oder Film. Und das lächerliche deutsche Wort für Mobiltelefon ignoriere ich sowieso. Nein, was ich meine sind Begriffe, die es auf deutsch einfach nicht gibt. Begriffe, die man auch nicht so leicht übersetzen kann. Und zwar hab ich da einen ganz bestimmten im Kopf: Procrastination.

Das schöne ist, dass jeder weiß, was Procrastination ist. Wir alle haben schon “procrastiniert”. Spätestens jeder, der sich noch an seine aktive Zeit in Schule oder Uni erinnern kann.

Was also ist Procrastination?
Nun, das Wort kommt aus dem Lateinischen, von pro (nach) und crastinus (Morgen). Auf Deutsch würde ich es vielleicht als Aufschieben bezeichnen, wobei es das nur mäßig trifft…

Procrastination ist, wenn ich für eine Prüfung büffeln muss, aber statt dessen die Fenster putze, und das obwohl ich eigentlich Fensterputzen hasse. Das kennen wir alle. Vielleicht mit anderen Beispielen, aber im Prinzip geht’s uns allen ab und an mal so.
Im deutschen gibt es ein Sprichwort, dass den Sinn ganz schön erklärt: Morgen, Morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. Beziehen wir das auf diese Kulturen Theorie, von der ich geschrieben habe, heißt das also, dass Procrastinatoren im deutschen Sprachraum als Faul angesehen werden. Oder besser: Wurden.

Procrastination ist auch im Blog zu schreiben, statt an der Doktorarbeit. Darum mach ich jetzt Schluss. Wer mehr wissen will soll sich dieses und dieses Video ansehen (leider nur auf englisch) oder einen merkwürdig erzwungen geschriebenen Wikipedia Artikel (deutsch).

Published inDeutschSprach-Spaß

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