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Tag: basketball

Kampf unter dem Korb

Am vergangenen Samstag war Spieltag. Wir sollten in der heimischen Halle gegen eine Mannschaft antreten, von der ich bis heute noch nicht wirklich weiß, woher die eigentlich kam. Wird schon in der Gegend gewesen sein. Jedenfalls kam ich fünf Minuten zu spät. Kann ja nur noch besser werden. Dachte ich…

Mein Lieblingschilene und Mannschaftskollege kam sogar noch ein paar Minuten nach mir. Hatte die Termininformationen ja auch von mir. Damit waren wir dann jedenfalls zu siebt. Im Basketball gibt es fünf Feldspieler, es wird aber recht häufig durchgewechselt. Sieben Leute sind also eine gute Zahl.

Das Spiel war hart umkämpft, wir lagen die meiste Zeit knapp vor. Anfang des dritten Viertels schickt mich der Schiedsrichter plötzlich vom Platz. Ich habe gar nicht verstanden was der von mir wollte. Wie sich dann aber rausstellte, hatte ich Blut am Oberarm. Gut vorbereitet wie unsere Mannschaft immer ist, hatte niemand ein Pflaster dabei. Also hab ich meine Wunde vorsichtig mit einem Taschentuch abgetupft. Groß Schmerzen hatte ich eigentlich nicht, aber ich wollte meine Wunde ja nicht noch größer machen und bald wieder spielen.
Meine Selbstbehandlung hatte eine erschreckende Diagnose: Das war gar nicht mein Blut!

Während ich dann aber noch draußen darauf warte eingewechselt zu werden, fliegt der erste meiner Kollegen raus. Nach fünf Fouls muss man das Spielfeld verlassen. Fluchend wie ein Rohrspatz saß Steffen dann neben mir, während das Spiel ungefähr ausgeglichen war.
Dann komme ich wieder rein. Bekomme ein Foul gepfiffen (ich schwöre ich hab ihn nicht mal berührt!) und von der Bank höre ich dass das mein viertes war. Also: Aufpassen. Kurze Zeit später stürmt der Spielmacher unter den Korb, unser chilenischer Center steht davor, ich dahinter. Es schießt mir noch ein “Aufpassen!” durch den Kopf, weiche mehr aus als das ich hochspringe, doch da stößt der Blödmann schon aus reiner Ungeschicktheit mit der Fußspitze vor mein Schienbein.
Foul Nr. 7! Karsten: Platz nehmen.

Erst auf der Bank bemerke ich, dass der Typ für den ich rein gekommen bin das Feld nicht freiwillig verlassen hat, sondern auch schon fünf Fouls hatte. Auf dem Feld standen also nur noch vier von uns.
Aber nicht lange.

Die Endphase
Gegen Mitte des vierten Viertels begeht unser Center ein kluges taktisches Foul. Leider wusste er nicht, dass das auch sein fünftes sein sollte und schon bald waren der Spieler nur noch drei.
Wir lagen zu dem Zeitpunkt knapp zurück, auf dem Feld hatten wir noch einen Lithauer, der anscheinend mit 14 mal Weltmeister war, einen Bosnier, unser bester Mann, und einen jungen Dänen, dem sichtlich die Nerven versagten. Unsere Gegner waren natürlich noch vollzählig, aber das brauchte ich ja eigentlich nicht erwähnen.

Der Däne vergab drei einfachste Korbleger, der Lithauer brachte uns durch eine Reihe von Dreipunktewürfen dennoch wunderschön zurükc in Führung. Und dann, 24,6 Sekunden vor Schluß gingen seine Emotionen mit ihm durch. Der Schiri befand auf Aus, er war nicht der Meinung, beschwerte sich lauthals und trat den Ball durch die Halle. Das fand der Schiri tendenziell uncool, es gab ein technisches Foul, ein paar Freiwürfe für die anderen und der Kollege saß den Rest des Spiels neben mir.

Die verbleibenden beiden Spieler machten ihre Sache allerdings nicht schlecht. Zu zweit gegen fünf. Irgendwie ergatterten die anderen den Ball dann aber doch noch und versenkten ihn mit der Schlusssirene im Korb.
Endergebnis 83:84, wir haben mit einem Punkt verloren…

Einer der beiden Schiedsrichter war übrigens unser Trainer.

Vereinsmeierei mit Zonenverteidigung

Heute war ich bei meinem dritten Training. Ich bin nämlich jetzt in einem Basketballverein. Aalborg Baskets. Oder so. Die 5. Mannschaft, in der ich mindestens im jüngsten Drittel liege. Fast keine Dänen dabei, aber alle schon ewig in DK, so dass Trainingssprache eigentlich schon Dänisch ist. Bis ich mit einem Kollegen ankam. Der Trainer hat direkt auf deutsch mit mir gesprochen. Fließend. Sowas finde ich ja immer toll. Mein Kollege, Chilene, versteht kein Deutsch. Merkwürdig eigentlich. Also wiederholt der Trainer das alles immer noch auf Englisch. Also erst dänisch, dann deutsch und zuletzt englisch. Ich hab ihm dann verraten, dass ich englisch auch verstehe, er kann sich also einen Schritt sparen.

Am Anfang hat er mich auch gefragt ob ich schon mal gespielt hätte. Ja, früher recht viel.
Er: Oh, zum Glück, wir brauchen dringend erfahrene Leute. Die meisten hier haben nur Streetball gespielt und keine wirkliche Erfahrung im Basketball, 5 gegen 5.
Ich: Naja, äh, also… ich auch.
Wir waren die Triebtäter. Okay, das war ja nur bei einem Streetballtournier. Und das hab ich auch besser nicht gesagt.

Auf der Suche nach Basketballschuhen bin ich dann durch 6 Sportläden (!) getingelt. Der letzte hatte sogar ganze zwei Paar da. Davon immerhin eins in meiner Größe. Glücklicherweise das günstigere.

Jedenfalls bin ich jetzt so richtig im Verein. Morgen darf ich kr600 (80€) für einen Halbjahresbeitrag bezahlen. Dabei stand ich grade schon kurz vor dem aus. Wir reden hier von einer wirklich ernsthaften Verletzung. Die Sportinvalidität stand mir schon ins Gesicht geschrieben. Mir ist die Spitze meines Daumennagels umgeknickt. Aber Müller-Wohlfahrt meint, ich komm durch.