Skip to content

Tag: feiertag

Happy Australia Day

Letzten Mittwoch war Australia Day, der australische Nationalfeiertag. Eine australische Freundin wollte diesen Standesgemäß feiern und hat einen ganzen Stapel an Leuten eingeladen. Nach und nach sind sogar ein paar erschienen…

Nun standesgemäß, das bedeutet in erster Linie, dass es eine Art Countdown zum Feuerwerk gibt. In Australien verbringt man den Tag damit zu grillen, sich vollzustopfen, sich zu betrinken und sich auf’s Feuerwerk zu freuen. Außerdem hört der Australier als solcher dabei Musik: Der nationale Radiojugendsender (Triple J) veranstaltet die “Hottest 100”. Den ganzen Nachmittag werden dann die Lieder gespielt, die von den hörern als das heißeste wählten, was 2010 veröffentlich wurde. Meine Favoriten daraus sind “Radar Detector“, “iFly” und “Rapunzel” – die meisten Lieder kannte ich aber nicht. Und besonders die Top 3 fand ich eigentlich recht lahm.
Gegrillt haben wir zwar nicht, aber es gab Würstchen und Kuchen und einen Internetstream.

Standesgemäß bedeutet natürlich auch das ganze in Klamotten zu begehen, die dem Thema angemessen sind. Ich hatte das Trikot der Fußballnationalmannschaft Australiens an (auch, wenn man sich an dem Nationalfeiertag wohl eher für das Cricket Team interessiert), Shorts und als guter Deutscher natürlich weiße Tennissocken in meinen Badelatschen. Bei -3°C in Dänemark musste die Heizung tüchtig bollern, um das zu kompensieren…

Vor allem heißt standesgemäß aber sich nicht um Zeitverschiebung zu scheren. Unsere kleine Party begann also recht früh am Morgen. Genauer gesagt war ich um 4 Uhr Morgens vor Ort. Nationalfeiertage sind halt eine ernste Sache.

Skt. Hans Dag

Gestern war Mittsommernacht. Das bedeutet hier vor allem, dass es so gegen 2 nur kurz ziemlich (nicht mal stock sondern nur relativ) dunkel ist. Und während die Schweden ganz platt ein Fest feiern, dass sie Mittsommernacht nennen, begehen die Dänen den Skt. Hans Dag, nach Johannes dem Täufer.

Dieser heilige Hans ist wohl irgendwie der Täufer unter dem Chef und der Begründer der Baptisten gewesen. So ganz genau weiß das aber auch eigentlich keiner. Und wieso der Tag so heißt erst recht nicht. Dass der hier gefeiert wird, hat aber, so konnte mir bestätigt werden, damit zu tun, dass, wie bei uns die Heiden ihre Feste nicht feiern durften und sich dann irgendeinen Christlichen Termin dazu gesucht haben. Den 24. Juni eben, Sankt Hans Tag.

Der Christliche Hintergrund wird deutlich, wenn ich beschreibe wie der Tag abläuft. Erst essen alle zusammen Lamm. Dann ziehen alle zu einem großen Haufen Grünabfälle und zünden den an. Dann singen alle ein Lied. Und dann werden die Hexen ins Feuer geworfen.

Einer der Professoren mit denen ich hier arbeite hat mich dazu eingeladen. Die feiern sowas immer mit der ganzen Nachbarschaft. Eigentlich ist das vergleichbar mit Osterfeuern bei uns.
Gestern war’s allerdings stürmisch. Und zwar sehr. Der große Haufen konnte aus Sicherheitsgründen nicht angezündet werden. Dafür gab’s dann ein kleineres Lagerfeuer. Auch sehr nett.

Hexenverbrennung Als die Hexe (eine kleine zurecht gemachte Puppe, irgendwo in der Bildmitte schwer zu erkennen) ins Feuer geworfen wurde, haben sich alle gefreut, mich angestarrt und geschrien, dass die ja jetzt nach Deutschland fliegt. Zum Blocksberg.
Schön. Die Hexen in Deutschland sind also nur die alten verbrannten aus Dänemark…

War ein sehr lustiger Abend mit sehr netten Leuten und ziemlich leckerem Essen. 🙂