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Category: Tagebuch

Würfelspiele

Der ungarische Ernő Rubik hat 1974 ein mechanisches 3D Geduldsspiel erfunden, das in Deutschland als Zauberwürfel bekannt ist (im englischen wird er Rubik’s Cube genannt). In den 80ern war das Ding Teil der Pop-Kultur. Weltweit sind inzwischen über 350 Millionen von den nervraubenden Teilen verkauft worden, genau vor einer Woche eins an mich.

Im Sommer hat der Freund einer ehemaligen Bandkollegin schwer beeindruckt, als er vor meinen Augen einen dieser Würfel in knapp über einer Minute löste. Bis dahin stand für mich eigentlich fest, dass die Dinger eigentlich unlösbar sind. Aber wenn der das so schnell kann, will ich das auch mal schaffen.

Kaum zwei Monate später hab ich mir dann einen Würfel gekauft. Ich hab beschlossen nicht selbst zu verzweifeln, sondern mich direkt an ein Genie zu wenden. Lang lebe das Internet, derartige professionelle Hilfe findet sich auf YouTube. Dan beschreibt eine Taktik, die aus einer Reihe von Algorithmen besteht. Richtig angewandt, sortieren diese die Farben auf dem Würfel.

Hab ich probiert. Und auf anhieb geschafft. Innerhalb von etwas weniger als zwei Stunden. Daraufhin hat mich er Ergeiz gepackt. Ich habe den Würfel immer und immer wieder gelöst. Im Bus gab’s ein paar komische Blicke, aber irgendwas ist ja immer. Mit der Zeit konnte ich einen Algorithmus nach dem anderen auswendig und wurde immer schneller.

Da ich weiß, dass mein Gedächtnis nicht das beste ist, und ich die Algorithmen wieder vergesse, sobald ich den Würfel mal eine Woche lang nicht in die Hand nehme, habe ich mich beim cubing gefilmt. So kann ich in Zukunft immer auf das Internet verweisen, und brauche mich im wahren Leben nicht blamieren. Jaja, ich bin ein helles Köpfchen.
Gefilmt wurde übrigens präzise eine Woche nachdem ich den Würfel zum ersten Mal in der Hand hatte. Zu sehen ist wie ich 6:22 Minuten für die Lösung brauche. Das ist kaum 54 mal so lange wie der aktuelle Weltrekord. Also ich würde mich spätestens jetzt ins Buch der coolen Leute aufnehmen…

Das Mädchen aus der 301

Als ich Anfang 2005 meinen Job in Düsseldorf angetreten habe, bin ich die ersten zwei Monate von Gelsenkirchen-Buer aus gependelt. Also erst mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof und dann mit dem Zug weiter. Ich bin meist noch vor 7 Uhr aus dem Haus und habe schnell gemerkt, dass da mit mir ein Mädchen immer die gleiche Straßenbahn nimmt. Die Linie 301. Scheißfrüh. Irgendwann sind wir ins Gespräch gekommen.

Das Mädchen aus der 301 war sehr witzig und ging aufs Gymnasium am anderen Ende der Stadt. Sie war sehr sprachgewandt und zappelig, wir verbrachten unsere gemeinsame Zeit in der Straßenbahn ziemlich unterhaltsam. Und auch als ich an den Rhein gezogen bin, blieben wir zunächst noch in Kontakt, der aber bald einschlief. Wir trafen uns gelegentlich auf Partys, zuletzt beim Public Viewing zur WM im eigenen Land.

Erst kürzlich habe ich dann durch Facebook wieder von ihr gehört. Letzte Woche haben wir sogar ein bisschen gesprochen und rumgewitzelt, dass sie mir Niederländisch beibringt und wir eine WG in Amsterdam gründen.

Am Samstag wollte sie zur Love Parade, hatte sich schon lange drauf gefreut. Zurück kam sie nicht…

Nach der WM ist vor der EM

Die WM ist vorbei. Jetzt kommt das große Loch. Um dem zu entgehen, werde ich auch Mittwoch erst mal in den Urlaub starten. Kurz Zeit habe ich jedoch noch um Resümee zu ziehen:

  • Holland hat Brasilien rausgehauen!
  • Das Halbfinale war fast komplett Europäisch.
  • Für Italien war schon nach der Gruppenphase Schluss, für Argentinien dafür erst im Viertelfinale.
  • Mexiko war stärker als Argentinien, zumindest bis zur Schiedsrichterabseitsfehlentscheidung.
  • Chile war stark, Dänemark stärker als von vielen erwartet.
  • Ich habe zwei Tippspiele gewonnen, bei einem knapp Zweiter geworden und in der Bild bin ich besser als der Netzer.
  • Ziemlich viele Spiele habe ich ein Kaltgetränk schlürfend und auf eine Leinwand starrend verlebt.
  • Ich habe Spiele gesehen, zusammen mit Leuten aus Argentinien, Äthiopien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Honduras, Italien, Kanada, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Mexiko, den Niederlanden, Polen, Portugal, Russland, Senegal, Serbien, Slowenien, Spanien, Thailand und den USA.
  • All das habe ich hier Dokumentiert: Karstens WM Tagebuch

Zusätzlich möchte ich noch kurz berichten, dass der Oktopus internationale Berühmtheit erlangt hat. Bevor ich aus deutschen Medien von dessen Existenz erfuhr, haben mich bereits Mexikaner darauf angesprochen. Im Turnierverlauf, sprachen plötzlich alle (und ich meine ALLE!) von dem Wunderkraken Paul. Unglaublich, eigentlich.

Schön war’s. Danke Süd Afrika. Und in 2 Jahren spielen wir dann endlich auch die Spanier an die Wand!

Weltmeisterschaft 2010 – Lasst die Spiele beginnen!

Autogrammkarte 1974Eeeeendlich! Die WM ist da. Ich bin schon seit Tagen völlig aufgeregt. Ich überlege, wie ich mein Arbeitspensum um die Spiele rumorganisieren und die fünf Tippspiele, an denen ich teilnehme, am besten im Auge behalten kann. Nur damit ich hinterher auch sagen kann: “Ich hab’s ja immer gesagt!”, hier noch schnell meine offiziele Weltmeisterschaftsprognose:

  • Deutschland wird Weltmeister
  • Holland haut Brasilien raus
  • Das Halbfinale ist komplett Europäisch
  • Für Argentinien und Italien ist im Achtelfinale schluß
  • Mexiko, Dänemark und Chile sorgen für Überraschungen

So, jetzt werde ich mir das Trikot überstülpen, dass mir mein Freund Ubaldo aus seiner mexikanischen Heimat mitgebracht hat, mich zu meinem mexikanischen Freundeskreis gesellen und sehen wie der Gastgeber sein erstes Spiel leider verliert.
Übrigens hab ich mir schon was ausgedacht, wie ich den ganzen Rummel hier dokumentiere und hoffe in einem Monat an dieser Stelle schön was präsentieren zu können.

Euch allen ein spannendes Turnier, viel Erfolg in den einzelnen Tipprunden und auf das die Spiele friedlich verlaufen. Der Mannschaft: Viel Erfolg. Skål!

Hier noch ein kleines Video, wie ich mich mit ein paar Freunden letzte Woche warmgespielt habe…

Unisex Klo für Frauen

Bei uns in der Sprachschule wird seit geraumer Zeit das Herrenklo umgebaut. Die Tür ist verriegelt und gut kenntlich abgesperrt. Das Damenklo, direkt nebenan nicht. Alle Mädchen kommen auch erst am der zugestellten Tür mit dem Männchen ohne Rock vorbei, bevor sie etwa 1,50m weiter in ihre Tür einbiegen können.

Nun trinke ich nun mal recht viel Wasser am Tag und speziell zum Abend oder Nachmittag, muss ich schon immer mal wieder zum stillen Örtchen. Als die Bauarbeiten angefangen haben, bin ich direkt zu unserer Lehrerin und habe mich erkundigt, wo ich mich denn nun erleichtern könne. Sie meinte, dass für die Zeit des Umbaus aus der Damentoilette ein Unisex wird, sprich: Da soll ich hin.

Seit dem bin ich jetzt insgesamt vier Mal dorthin, wohin selbst die Kaiserin zu Fuß geht. Vier Mal. Das weiß ich so genau, weil ich versuche es zu vermeiden. Denn jedes dieser vier male hab ich mich rein geschlichen, als gerade niemand zu sehen war und nach Beendigung meines Geschäftes stand da ein Wesen in seiner holden Weiblichkeit. Viermal folgte genau das gleiche Muster: Sie wusch sich gerade die Hände und erblickte mich plötzlich im Spiegel. Der Gesichtsausdruck ging dann nahtlos von erschrecken, in etwas über das mich direkt ein perverses Schwein nannte. Wohlgemerkt nicht verbal, sondern nur mimisch. Eine der vier hat direkt die Tür aufgemacht um das Männchen anzugucken und sich zu vergewissern, dass ich es bin, der falsch ist.

Natürlich habe ich alle vier Male versucht zu erklären, dass dies für die Zeit der Umbauarbeiten nebenan Unisex sei. Alle vier versuchten jedoch sich möglichst schnell von mir zu entfernen.

Einhundert

Hier eine Liste mit 100 furchtbar interessanten Dingen über mich. Das ist auch die Vorabinformation für meinen Psychotherapeuten, den ich anscheinend mehr als nötig habe…

1. Ich finde Listen eigentlich unglaublich spießig, aber eigentlich auch toll.
2. Spießbürgertum ist mein rotes Tuch.
3. Seit meine Mama mir mal gesagt hat, dass mir rot gut steht, habe ich immer mindestens 2 rote TeeShirts im Schrank.
4. Ich habe immer viele TeeShirts.
5. Viel zu viele.
6. Ich bin über 30.
7. Das hat weh getan.
8. Oft stehe ich auf Partys und merke, dass ich der älteste bin.
9. Mit Abstand.
10. Zum Glück bin ich ein Milchgesicht und es fällt nicht so auf.
11. Mein Bartwuchs ist am Kinn viel dichter als sonst wo.
12. Rasieren finde ich blöd.
13. 3-Tage Bärte finde ich gut.
14. Faulheit heiligt die Mittel.
15. Wäre ich nicht so faul, wäre einiges vermutlich einfacher.
16. Laufen zu gehen ist schwieriger als das Laufen selbst.
18. Ich trage gern Mützen draußen.
19. Dann brauch ich mir die Haare auch nicht zu striegeln.
20. Ich brauche einen Fallbackplan, wenn ich die Mütze abnehmen soll.
21. Wenn die Haare nicht gemacht sind, sehe ich doof aus, finde ich.
22. Friseurbesuche finde ich so mittel.
23. Hallo, ich bin Karsten und ich bin Facebook-Süchtig.
24. Gruppe: Hallo, Karsten!
25. Ich habe Freunde bei Facebook aus ungefähr jedem Land Europas und finde das toll.
26. Ich habe Freunde bei Facebook, die ich auf der Straße nicht erkennen würde, bzw. die ich noch nie persönlich getroffen habe.
27. Höchstwahrscheinlich bin ich der einzige Informatiker auf diesem Planeten, der den Herrn der Ringe nicht toll findet.
28. Spülen finde ich auch nicht toll.
29. Ich habe ein Bügeleisen und scheue mich nicht davor es zu benutzen!
30. Mit 14 fand ich TakeThat cool.
31. Das wussten maximal 3 Leute.
32. Musik ist wichtig, das hab ich schon früh erkannt.
33. Fußball ist wichtig, das hab ich erst spät erkannt.
34. Ich glaube daran, dass Schalke dieses Jahr Meister wird.
35. Das glaube ich jedes Jahr.
36. “Früher war alles besser” ist das dümmste, was man sagen kann.
37. Faschistoide Phrasen ausgenommen.
38. Seit ich Ausländer bin, hat sich meine Sicht auf Migranten grundlegend geändert.
39. Ich reflektiere oft und viel.
40. Zu viel?
41. Sonntage finde ich doof, nicht gemütlich.
42. Die Nummer 17 hab ich absichtlich ausgelassen, sowas finde ich witzig.
43. Viele Sachen, die ich lustig finde, findet sonst niemand lustig.
44. Viele lachen, wenn ich sie beleidige.
45. Viele finden ich wäre Ironisch, das finde ich nicht.
46. Ich finde ich bin sarkastisch und oder zynisch, das verstehen viele nicht.
47. Ich zitiere gern aus deutschen HipHop Liedern.
48. Das fällt leider meist keinem auf.
49. Mir ist das Hemd näher als die Hose.
50. Ich benutze gern Sprichwörter.
51. Leider kenne ich nicht viele im englischen…
52. Es ärgert mich, dass mein Dänisch so schlecht ist.
53. Lebensweisheit: Arroganz schlägt Unsicherheit; Lächeln schlägt Arroganz.
54. Viel zu reisen finde ich relativ unwichtig.
55. Viel Zeit mit verschiedenen Menschen zu verbringen finde ich ziemlich wichtig.
56. Mit verschiedenen Menschen zu Reisen ist großartig.
57. Ich stehe auf Klischees und bediene mich häufig bei denen.
58. Wer nicht zwischen Klischee und Vorurteil unterscheiden kann, versteht mich oft miss.
59. Stolz ist ein doofes Wort.
60. Deutschland ist cool.
61. Das Ruhrgebiet ist die coolste Herkunft, die ein Deutscher haben kann.
62. Ich bin gern im Ruhrgebiet zu besuch.
63. Allerdings möchte ich nicht wieder im Ruhrgebiet wohnen.
64. Das Universum ist gut zu mir.
65. Ich kann vieles ein bisschen.
66. Meine Schwester ist für mich eine der coolsten Persönlichkeiten, die hier so rumwandeln.
67. Besserwissereien versuche ich zu unterdrücken.
68. In meinem Leben hab ich noch nie eine ganze Zigarette geraucht.
69. Für einen guten Witz habe ich mal ein Glas Bier in einem Zug ausgetrunken.
70. Das Glas musste ich der Bar leider entwenden.
71. Ich trinke keinen Alkohol, rauche nichts und nehme keinerlei sonstige Substanzen zu mir.
72. Wenn ich danach gefragt werde, antworte ich, dass das mit meiner Religion zu tun hat um deren Reaktion zu sehen.
73. Das finde ich auch witzig.
74. Leute die nichts trinken, wenn sie ausgehen, sind mir suspekt.
75. Mein Vater hat mir’s Autofahren beigebracht.
76. Mir wurde in meiner Nachprüfung gesagt, dass ich ein sehr sicherer Autofahrer sei.
77. Meist deutlich zu schnell, aber eben sicher dabei.
78. Mein Auto abzugeben und eine Monatsfahrkarte für den Bus zu kaufen hat weh getan.
79. Ich bin Batman.
80. Bleistifte finde ich cool.
81. Alle denken ich trinke 7l Cola am Tag.
82. In Wirklichkeit trinke ich 4l Wasser am Tag.
83. Cola trinke ich nur, wenn ich ausgehe.
84. Auch da hätte ich gern eine Alternative.
85. Seit einem halben Jahr, trinke ich irgendwann O-Saft. Nachts. In der Disco.
86. Cola-Kater sind nicht zu verachten.
87. Ich achte nie auf Geld.
88. Das finde ich unklug.
89. Entscheidungen treffen ist nicht wirklich meine Stärke.
90. Meine Motivation wechselt schneller die Richtung als ein Karnickel auf der Flucht.
91. Ich habe schon drei Mal angefangen ein Buch zu schreiben.
92. Flexibilität ist mir wichtig.
93. Damit verlange ich manchmal zu viel von den Leuten um mich rum.
94. Nie kann ich mir Namen merken.
95. Ich habe ein ziemlich schlechtes Gedächtnis.
96. Darum bin ich auch so gar nicht nachtragend.
97. Gesichter kann ich mir sehr gut merken.
98. Allerdings vergesse ich oft woher ich das Gesicht kenne und ob ich grüße oder nicht.
99. Mädchen sind doof.
100. Dingdingding!

Nachgemacht von Halefa.

Ein Deutscher will zur Bundestagswahl

Liebes Deutschland,

Teil meines Demokratieverständnisses ist es, dass es dem Wähler so leicht wie möglich gemacht werden soll, seine Stimme abzugeben. Und, dass alle Wähler gleich sind.
Nun bin ich einer von über 800.000 Deutschen die nicht in der Bundesrepublik selbst wohnen. Ich habe diese Zahl irgendwo im Internet gefunden und würde mich nicht zu sehr auf deren Richtigkeit verlassen, aber das entspricht trotzdem der Einwohnerzahl von Bonn und Bremen zusammen. Und das ich meine Wahlunterlagen tatsächlich letzte Woche bekam, ist nur meiner Hartnäckigkeit zu verdanken.

Ich musste ein Formular ausfüllen und das einschicken. Klingt simpel. Aber das Formular zu finden war schon nicht leicht. Solche Dinge sind gut versteckt auf Unterseiten der Botschaft und des Auswärtigen Amtes. Als ich es dann endlich hatte, musste ich recht lang nach den Daten forschen, die eingetragen werden sollten. Ich mag eine Ausnahme sein, aber ich kenne meine Wahlkreisnummer nicht. Und die herauszubekommen machen Deine Internetauftritte, liebes Deutschland, auch nicht leicht.

Ich gehe davon aus, dass nicht jeder Deutsche im Ausland bei der Bundestagswahl teilnehmen möchte. Aber muss es deshalb so kompliziert sein? Wer einen Pass hat, gibt schließlich eine Adresse an, auch wenn Dich im Ausland nur die Stadt interessiert. Ich behaupte eine Postkarte mit Teilnahme-Registrierung würde den Aufwands- und Kostenrahmen nicht sprengen.

Immerhin, es hat geklappt. Ich durfte wählen. Per Briefwahl natürlich. Als würde ich noch in Düsseldorf wohnen. Ich bin Demokrat, liebes Deutschland, auch, wenn ich mich außerhalb Deiner Grenze aufhalte. Klingt komisch, ist aber so.

Vielen Dank und viele Grüße aus Dänemark,
Dein Karsten

P.S.: Geht wählen!

Sport in der Uni

In unserer Abteilung gibt es einen, der ist für das Geld zuständig. Generell gilt der als sparsam. Im letzten Jahr war der in Australien und sein Stellvertreter hat einfach mal einen fetten Bildschirm mit Wii gekauft.
Gestern gab’s ein neues Sportspiel (diesmal von dem Original-Zuständigem). Das muss natürlich kräftig ausprobiert werden.

Auf dem Bild seht ihr mich beim Bogenschiessen. Der Schuss ging ins Bullseye. Der einzige, ich hab verloren…
Hinterher haben wir Golf gespielt. Zu dritt. Sehr amüsant, das.

Vorsicht, Schweinegrippe

Letzte Woche hab ich eine eMail bekommen. Und nicht nur ich, die komplette Uni stand im Verteiler. Darin stand auf Dänisch und Englisch sinngemäß, dass wir uns in Acht nehmen sollen. Körperkontakt sollte vermieden werden. Also Händeschütteln und Umarmungen. Man soll auch aufpassen, wenn die Temperatur über 38 Grad geht, es Atemwegsbeschwerden oder Gelenkschmerzen gibt.

Es wurde sogar ein Schild auf der Toilette aufgehängt. Mit Hygienetipps. Da steht, man solle sich immer mal wieder die Hände waschen und in die Ärmel schniefen und Husten. Also, wenn kein Taschentuch da ist. Und wer sich krank fühlt soll unbedingt zuhause bleiben. Bloß nicht raus gehen. Auch nicht zum Arzt, da nur anrufen.

Eine Freundin von mir arbeitet hier im Virenlabor. Die hat mir erzählt, dass gerade alle Ärzte Sonderschichten fahren. Es ist nämlich akut kalt geworden kürzlich. Und weil sich alle noch immer Sommerlich anziehen (ist ja August), gibt’s viele Erkältungen. Durch die Panikmache glauben aber alle sie hätten Schweinegrippe (H1N1, hab ich gelernt). Und die ganzen Tests kosten wohl ein vermögen.

Und im Endeffekt wird die normale Grippe diesen Winter wieder viel gefährlicher als das Schweinezeug. Naja, Händewaschen schad ja nix.

Nachtschicht

Gelegentlich kommt es vor, dass ich länger arbeiten muss als ich es gern täte. Aber so ist es eben, da nörgle ich auch gar nicht groß rum. Typischer Weise hole ich mir dann so gegen 7, 8 Uhr eine Pizza und gucke ein bis zwei Episoden irgendeiner Serie. Zur Ablenkung gewisser maßen. Läuft hinterher besser.

Zurzeit gucke ich die Big Bang Theory. Ist so eine Serie über ein paar Physiker, die seeehr starke Nerds sind. Ziemlich witzig.

Gestern war’s mal wieder so weit. Und wie ich so da sitze Pizza schmatzend und über die Fachidioten lachend, steht plötzlich jemand neben mir und sagt irgendwas. Nun ist es in Dänemark nicht üblich länger zu arbeiten. Die Dänen sind fleißig, aber auch pünktlich. Ab 5 bin ich eigentlich der einzige in diesem Gebäude (die meisten starten um 8). Abends rechne ich also nicht mit Menschen hier. Dementsprechend stark war der Schock über meinen plötzlichen Besucher…

War aber – natürlich – harmlos. Jeppe, ein studentischer Mitarbeiter darf in den Semesterferien mehr arbeiten als sonst und tut das auch. Ich hab ihn vorher noch nie gesehen, aber anscheinend war er einsam in seinem Büro (in einer komplett anderen Abteilung) und wurde von meinem lachen angelockt. Oder so. Jedenfalls kannte er die Serie auch und wir haben zusammen geguckt. Er ist genau so, wie man sich Informatiker vorstellt. Aber ganz nett. Wir gucken demnächst wieder.

Schnick, Schnack, Schnuck

Ich höre häufig, ich wäre nicht lustig. Also hat mir genau das als Ideengeber dienen dürfen. Zusammen mit einem Chilenen und einem Mexikaner (ohne Grippe) war ich in einer Superheldengruppe unterwegs: Captain Scissors, Rock-Man & The Paperboy.

Rock, Scissors, Paper.
Sten, Saks, Papir.
Stein, Schere, Papier.
Schnick, Schnack, Schnuck eben, Ihr versteht schon…
Mussten wir gelegentlich erklären. Vor allem, weil wir nicht immer alle 3 direkt nebeneinander standen…

Gestern war nämlich der diesjährige Karneval hier in Aalborg. Ein großes Fest. Seit Wochen schon waren alle Zimmer in der Stadt ausgebucht, und pünktlich war das Wetter sogar gut. Ergebnis: Eine fette Party. Da, wo meine Maske nicht als Schutz diente (neben den Augen und im Nacken) hab ich einen Sonnenbrand. Aalborg ist aus allen Nähten geplatzt. Alle in wilden Verkleidungen (fast alle) und sturzbetrunken (so gut wie alle).

Ich, mit Cola und Fotoapparat bewaffnet, hatte viel Spaß. 🙂

Hier ein Video. Der “Arzt” ab de 33. Sekunde ist ein Freund von mir.

Meine 15 Minuten Ruhm sind Orange

Andy Warhol hat’s versprochen: 15 Minuten Ruhm für jeden. Heute war’s bei mir so weit. Irgendwie. Nach zwei wenig ruhmreichen Teilnahmen bei Matthias Opdenhövel’s „Hast Du Töne?!“ (jeweils in der ersten Runde ausgeschieden), war ich bis vorhin der Gründer der Gruppe des Tages im StudiVZ.

Das bedeutet, dass jeder User dort einen kleinen Kasten unterhalb der Navigation eingeblendet bekommt mit dem Titel der Gruppe und einem Link. Dort kann man sich anmelden und… naja, eigentlich war’s das dann. Auf der Profilseite gibt’s eine Liste der Gruppen in denen Du Mitglied bist.

Klingt albern, ist in dem Sozialen Netzwerk aber eine Art von Sport. Irgendwie. Und mehr oder weniger lustig. Auf der Gruppenseite steht dann aber auch noch, wer die Gruppe gegründet hat. In diesem Fall: Ich.
Dementsprechend viele Leute waren auf meiner Seite, die ich gar nicht kenne. Ein paar von denen haben sogar Nachrichten hinterlassen, in denen sie häufig sagen, dass meine Gruppenauswahl amüsant sei. Selbstredend.

Die Mitgliederzahl der Gruppe selbst hat in wenigen Stunden einen Sprung von weit unter hundert auf knapp 1300 gemacht. Prinzipiell kann man also sagen, dass ich ein Star bin. Ich rechne jeden Moment mit einem Anruf vom Bohlen und ins Dschungelcamp muss ich vermutlich auch bald.
Meine große Zeit ist aber jetzt auch schon wieder rum. Und ich hab unverschämt gut ausgeseh’n. Irgendwann muss jeder geh’n, auf Wiederseh’n!