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Category: Stuff

Der Amerikaner auf meiner Couch

Eric kommt aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Genauer aus Tennessee. Da kommen auch die berühmtesten beiden anderen Amerikaner her: Elvis und Jack.
Die Gegend aus der er kommt hat anscheinend die höchste Kriminalitätsrate in den USA. Außerdem gibt es wohl auch viele schwarze Ghettos. Und genau dem geltenden Klischee folgend spricht er auch. Heftiger Akzent, der sich für mich immer stark nach GangsaRapper anhört. Eric war auch der erste, der mich jemals “Dog!” nannte. Er erzählt jede Menge Unsinn, meist in einer Qualität, die mit klassischem Schulenglisch nicht viel gemein hat, und das viel und laut. Finde ich super. Erstaunt sind trotzdem alle, wenn er erklärt, dass er Literatur studiert.

Im letzten Jahr war Eric ein Semester lang Austauschstudent hier in Aalborg und wir ein paar Mal gemeinsam feiern. Der ist wahnsinnig, es war ziemlich lustig. Letzten Monat erreichte mich seine Nachricht, ob er nicht ein paar Tage bei mir pennen könnte, er mache gerade eine Europarundreise. Inzwischen haust er seit fast zwei Wochen in unserem Wohnzimmer und wir haben verdammt viel Spaß. Nach einer Woche hat er sogar schon erfolgreich die Luftmatratze fertig aufgeblasen.

Nun gibt es ja diverse Stereotypen wenn es um Leute aus den USA geht. Eric erfüllt sie alle. Wenn er zu Hause ist, läuft er fast ausschließlich in Unterhosen rum (oder im Bademantel), guckt den ganzen Tag irgendwelche Fernsehserien und ernährt sich quasi ausschließlich von HotDogs.

Wir verwirren uns gegenseitig mit dem Metrischen System und dem Krempel, dem die Amis da folgen. Es gibt da etwa ein Maß für Flüssigkeiten, das Cup (also Tasse) heißt. Ein Cup misst allerdings fast einen halben Liter. Also kann man sagen, dass ein amerikanischer Cup gut zwei deutsche Tassen sind. Immer wieder heiße ich ihn in unseren Unterhaltungen also im Metrischen System willkommen.
Übrigens gibt es ganze drei Länder auf diesem wunderschönen Planeten, die nicht im Metrischen System leben: Liberia, Myanmar und die USA.

Nachtrag:
Alles falsch! Ein Amerikanischer Cup sind genau 235ml, also inetwa so viel wie hier auch. Bei der Zubereitung eines Tütengerichts sind wir wohl nur mit den Umrechnungstabellen durcheinander gekommen…

A Home-Story: The Ruhr-District

ruhrLogoSome time ago I was born (and raised afterwards) in a town called Herten, in the northern part of what we call Ruhrpott, the Ruhr-District. In 2010 this, being the 3rd biggest agglomeration area of the EU, is the European capital of culture. I’m aware of the fact, that, besides the related people, hardly anyone cares about these places. But as a self-appointed ambassador, I consider it my duty to tell you about the place that I call home…

The Ruhr-District is, in many different cities and districts, home of almost 5.5 Million people in the “deep West” of Germany. The reason for so many people is simple: Coal. In the end of the 18th century, there was nothing but some farmers. But with the industrialization came the need for coal. An area close to the river Ruhr was rich of that and iron. So soon hundreds of coal-mines were built as well as big steel works.
Coal and steel was very important during wars and many weapons were produced in the Ruhr-District. This and the fact that a lot of energy came from here, was reason enough to destroy most of the area during the Second World War.

Right after the war, coal became the engine for a rising society. So people began to rebuild the cities and mine coal, the faster the better. This had two major influences. First, Germany managed to become healthy and wealthy very fast again (Wirtschaftswunder). Second, the as-many-buildings-as-possible-and-as-fast-as-possible-approach resulted in townscapes, which share a certain style that is not exactly considered as being fancy nowadays…

In the 1950s the structural change began, coal was cheaper in Russia or China and most mines closed down in the following 40 years. So by now you can still see the mines and their consequences, but the whole region needed a different perspective. Even though unemployment is quite high in that area, communities became creative to find new ways. One of them is tourism and culture, what was once grey from dust is now green and/or modern – a lot has been done.

But let me talk about the people, because they are special. The Ruhr-District is traditionally a huge working-class area. That influenced both, spirit and language. Germans say the language is dirty as coal-dust. We make heavy use of what is considered of being swear-words in many other parts of Germany. And even the accent is rather messy, edgy and practical, e.g., some grammar rules simply do not apply here.
The spirit is something I notice much stronger, now that I live abroad. People in the Ruhr-District are very straight forward. You will get their opinion, whether you want it or not. Additionally, they are outright and do not like frills or knick-knacks. The people are, in the best meaning, honest and simple.
… and football-fans. Three (out of 18) teams in the German Bundesliga are from this area: VfL Bochum, Borussia Dormund and Schalke 04. The latter ones being the biggest rivals and having the derby of the highest interest in whole Germany. Their big stadiums are usually sold out and you see people with fan-wear everywhere on every possible occasion. The same counts for smaller teams, on lower levels. Everybody talks about it all the time and quite some people consider football as a matter of the heart.

Ruhr.2010So this area that defines itself by coal, steel and football is now the European capital of culture. Many different events throughout the whole year are scheduled. It’s the first time that this title is held by an area, not just one city. So during the year there will be a spotlight showing the local heroes, 52 cities in 52 weeks, Herten will be number 22.

If you’ll ever make it to the Ruhr-District, I would suggest you, to climb up one of the many tailings and get a look over the landscape. Or go to one of the former coal-mines (you can get pretty close to some) and try to grasp the pulse of steel. But in any case, you have to stop at one of the diners and get a ‘Pommes-Currywurst‘, the regional meal.

Wir haben Klima!

Blog Action Day 2009: Climate ChangeHeute ist Blog Action Day und wie schon im letzten Jahr, möchte ich hier wieder Teilnehmen. Dieses Mal geht es um den Klimawandel.

Aber was kann ich alter Informatiker dazu schon erzählen? Nun, Ich wohne in einem Land, dass ausschließlich von erneuerbaren Energien lebt (damit protzen die Dänen zumindest rum) und ein Großteil meiner Freunde arbeitet daran, mehr Energie aus Wind, Wellen oder Sonne zu bekommen. Zumindest die, die nix mit Mobilfunk zu tun haben.

Ist schon ulkig, der eine, Belgier, analysiert das Verhalten von Wellen und baut Generatoren und Apparate, die die Energie aus dem Wasser holen. Ein anderer, Chilene, versucht die Effizienz von Windrädern zu verbessern. Und letztens saßen wir bei einem Kaltgetränk zusammen und beide meinten der Atomausstieg sei mindestens zu früh, eher aber noch keine kluge Idee.
O-Ton: Erst was überlegen und dann nach Alternativen suchen ist merkwürdiges Vorgehen.

Mittendrin saß übrigens eine International-Ökonomin (so nennt sich ihr Studienfach). Die, Brasilianerin, meinte, Tourismus sollte verboten werden. Dann sind kaum noch Flugzeuge unterwegs und unsere Ur-Enkel können noch Spass draußen haben. Bescheuerter Vorschlag. Meinte sie aber ernst. Die Ingenieure, die Ökonomin und ich diskutierten anschließend recht lang. Sie verschwand mit dem Kommentar morgen früh raus zu müssen, sie fliege über’s Wochenende nach Kopenhagen…

Der maltesische Handballnationalspieler

Kurz vorweg: Gestern hat sich auf dem Parkplatz vor meinem Fenster, hinter einem Auto ein älterer Herr eine andere Hose angezogen. Er stand unten ohne mitten in der Gegend rum. Einfach so. Am helllichten Tag. Die spinnen die Dänen…

Aber zu meinem eigentlichen Thema. Ich habe mich Gestern mit einem waschechten Nationalspieler unterhalten. Handball. Aus Malta. Als er nach Aalborg gekommen ist, hat er nach einem Verein gesucht, weil er weiter spielen wollte. Am Telefon hat sich dann der Trainer eines Teams fast überschlagen und wollte, dass Gilbert (so heißt das maltesische Ausnahmetalent) am besten sofort vorbei käme. Erstes Team natürlich.

Nun hat Malta ein paar Einwohner mehr als Bochum auf einem Gebiet, das ungefähr dem von München entspricht. Und Handball ist da im Süden auch nicht wirklich Volkssport. Gilbert meint, dass er sehr begeistert ist, am Ligabetrieb in Dänemark teilzunehmen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Hier seien es mehr als nur 4 Teams in der Liga. Außerdem gäbe es hier richtige Auswärtsfahrten, die Spiele finden nicht alle in der gleichen Halle statt.
Bei 52 Handballspielern in Malta ist es dann eben auch nicht allzu unwahrscheinlich mal in den 14er Kader der Nationalmannschaft berufen zu werden.

All das hat er dem Trainer natürlich nicht erzählt. Dieser hat den Malteser auch nach dem ersten Training in die 3. Mannschaft gesteckt. Da waren alle beteiligten froh drüber.

Zeig’s ihnen, Wingman-Style!

Ich möchte heute von einem Freund von mir erzählen. Dario. Dario kommt aus Mailand. Ist aber eigentlich Perser, seine Eltern kommen aus dem Iran und er selbst spricht auch die örtliche Sprache (ich kann mir den Namen davon immer nicht merken).

Dario hat Frisch seinen Abschluss gemacht. Zu meiner Überraschung nicht im feiern und Mädchenaufreißen. Jedenfalls fliegt er jetzt für ein paar Wochen in die USA, bekannte besuchen. Von da aus geht’s nach Teheran, in den Iran.

Ich warte jetzt schon so lange darauf, dass die Revolution endlich anfängt. Die Menschen dort leiden seit Jahren. Endlich fangen sie an sich zu wehren. Ich will dabei sein. Helfen. Demonstrieren. Ärsche treten!

Viel Erfolg Dario. Und pass auf Deinen Arsch auf.

Armut

BlogActionDay Heute ist Blog Action Day – Das heißt, dass so viele Blogger wie möglich was zu einem bestimmten Thema schreiben sollen. Heute: Poverty, also Armut.

Nun liegen mir solche ernsten Themen nicht wirklich. Weiß ja vermutlich jeder. Und mit Armut bin ich zum Glück auch nie näher konfrontiert gewesen. Stattdessen möchte ich etwas berichten, was ich Gestern erfahren habe…

Generell werden die Skandinavischen Staaten ja als sehr Wohlhabend betrachtet. Und zwar zurecht: Gesunde Wirtschaft (mehr als das) mit Vollbeschäftigung und allem Pipapo. Das Gegenteil von Armut sozusagen. Das ist auch deutlich zu spüren, wer hier durch die Stadt geht merkt schon, dass das alles vermutlich ein paar Mark gekostet hat. Granitplatten überall und so. Okay, auf der Kö gibt’s die auch, aber das ist vermutlich wenig repräsentativ.
Aber auch Dänemark hat Probleme, ganz gravierende sogar. Von der generellen Bankenkrise mal abgesehen.

Gestern hab ich mich jedenfalls mit einem Kollegen unterhalten und der hat mir erklärt, dass der demographische Wandel Dänemark vermutlich übelst trifft. Hier leben ja eh nur 5,5 Mio Leute und davon gehen ziemlich viele in 5 bis 10 Jahren in Rente. Besonders im öffentlichen Dienst (u.a. Ärzte und Pflegepersonal) wird’s wohl hart und da besteht jetzt schon Mangel (Krankenschwestern werden gesucht wie blöde). Die Gesellschaft wird das so nicht verkraften können und jeder weiß das, aber Lösungen oder Lösungsansätze sind rar.
Zurzeit gibt’s wohl Bestrebungen hochqualifizierte Ärzte aus Indien zu importieren. Passend dazu direkt die Frage, ob sich ein Sozialstaat wie Dänemark trauen darf, einem ‘armen’ Land wie Indien die Fachleute wegzukaufen.

Armut hat viele Gesichter, nicht alle davon liegen in der Gosse. So viel zu meinem Beitrag. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Chromatisch

Als Diplom-Mädchen-Informatiker, passionierter Klugscheißer, Internetz- und Comic-Junkie habe ich das Gefühl, dass ich zu den aktuellen Vorfällen ein paar Worte verlieren müsste. Ich meine natürlich den Browser von Google: Chrome.
Google hat den großartigen Scott McCloud (der Mann hat u.a. Online Comics quasi erfunden) engagiert um einen Comic zu zeichnen, der die neueste Konkurrenz von IE, Firefox, Safari, Opera und anderen vorstellen soll.

Darin wird auf ein paar technische Details eingegangen, was das besondere an dem Ding ist und so. Das ganze großartig erklärt. Der Comic ist wirklich interessant und informativ, auch für Leute, die sich bisher noch nicht tiefer mit der Materie beschäftigt haben. Die Konzepte und verwirklichten Ideen (Sicherheit usw.) werden simpelst beschrieben und erläutert.
Auch wenn es natürlich Propaganda ist und bleibt: Leseempfehlung!

Die Kernkomponente, V8 genannt, die Virtuelle JavaScript Maschine, wird da entwickelt, wo alle klugen Menschen wohnen: In Dänemark.
ChromeComic In dem Comic gibt es Dänemark leider nicht. Genauso wie Belgien. Da sind eher die Deutschland-Dänemark-Luxemburg-Österreich-Slovenien-Belgien-Niederlande zu sehen. Naja, wer erwartet im Internet schon zuverlässige Daten. Ich werde das direkt mal bei Wikipedia aktualisieren…

Beeindruckt hat mich bei dem Browser das Gesamtkonzept. Da die ja bei Null angefangen haben, konnten die (und das erwähnen die auch ein oder zwei Mal in dem Comic) das Ding perfekt auf heutige Bedürfnisse (und natürlich auf die, die nach Google Ansicht da noch kommen werden) zuschneiden.
Als alter Qualitätssicherer fand ich das Testkonzept auch umwerfend. An der Stelle im Comic bin ich kurz aufgestanden und hab applaudiert. Die anderen im Bus haben zwar doof geguckt, aber mir doch egal.

Was aber kommt vorne raus? Die NeuerTabSeite ist cool. Die Adresszeile die auch sucht nicht sonderlich spektakulär. Und die Skalierung funktioniert eher nur so mittel. Fest steht, dass Chrome jede Menge nach Hause telefoniert. Was vielleicht nicht zwingend bedrohlich ist, aber vielleicht auch nicht zwingend super.
Ich bleibe erstmal bei meinem Opera. Der ist super und rund. So.

Prinzipiell ist der Unterschied zwischen Microsoft und Google hier übrigens mal wieder gar nicht so groß (vom Image mal abgesehen). Unter anderem setzten beide auf Standards. Auf die eigenen nämlich. Die von Google sind halt nur offen.

Ein Meilenstein der Musikkurzfilmunterhaltungsindustrie

Mir ist grad aufgefallen, dass heute das neue Ärzte Album (Jazz ist anders) erscheint. Muss ich wohl gleich doch noch zum Plattenhändler meiner Wahl.

Wo wir grade dabei sind, wie oft hab ich eigentlich schon erzählt, dass ich im Unrockbar-Video mitspiele? Nun, ich bin Teil des dunklen Pixel-Matschs am oberen rechten Bildrand, hinter Farins Schulter, als sie in den Club blenden.

Unrockbar VideodrehGerade hab ich auf der Ärzte-Seite noch einen weiteren Beweis gefunden. Dieses Foto hier. Am rechten Bildrand, relativ weit unten, ist ein kompletter Unterarm zu erkennen (die Hand ist schon abgeschnitten), geschmückt von einer Uhr mit hellem Armband ungefähr auf Handgelenkshöhe. Die Uhr, nicht das Armband, bzw. mit dem Armband.
Nun diese Uhr (und der Arm, der von Ihr gefesselt wird) gehört mir. Sie kann gegen geringe Gebühr in dem grünen Zimmer begutachtet werden…

Rechte liegen bei der besten Band der Welt und so.

Agile

Bin da gerade ein bisschen im Thema und wollte das Agile Manifest mal zitiern:

  • Individuals and interactions over processes and tools
  • Working software over comprehensive documentation
  • Customer collaboration over contract negotiation
  • Responding to change over following a plan

Auswendiglernen und beherzigen. Jetzt!